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Hestia-Vesta : ein Cyclus religionsgeschichtlicher Forschungen / von August Preuner
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413
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ERGEBNISSE.

41S

Claudius die Heiligthtimer der Laurentes Lavinates als diel sacra principia populi Romani Quiritium nominisque Latinibezeichnet. 1 Vesta aber, um zu ihr zurückzukehren, musseinmal in den Strom dieser Sagen von Götterehen hinein-getaucht sein.

Immer aber brach durch diese trübenden Vermischungenmit andern Göttern und Göttinnen die glänzende Klarheitder reinen jungfräulichen Göttin wieder in hellem Glanzedurch.

Aus jenen alten Sagen und ihren Resten aber ist alsodie gangbare römische Gründungssage compiliert, indemunter hellenistischem Einfluss weggeschnitten und zugesetztund das dadurch vorliegende Material umgebildet wurde.

Das rechtmässige Königthum des Numitor und derThronraub des Amulius, die damit gegebene Motivierungdes Priesterthums der Vestalin wie ihres Tods und derAussetzung der Zwillinge 2 , die Pflegvaterschaft des könig-lichen Hirten Faustulus, das sind keine ursprünglichen Ele-mente, das ist nicht mythisches Gold, sondern Zinn , mitdem die ächten, goldenen Mythen, nachdem sie aus ihremursprünglichen Zusammenhang gerissen waren, nothdürftigzusammengelöthet wurden.

Unterdessen war die Bevölkerung Albas grossentheilsnach Rom übergesiedelt, und diess ist der Grund, warumdie Stadt in der schliesslich officiell recipierten Gründungs-geschichte eine so grosse Rolle spielt. Rom ist keine Co-lonie Alba longas gewesen, Rom war vielmehr das zeigtnunmehr auch die kritische Analyse der Gründungssagenwirklich eine Stadt, in der von Anfang an Ansiedler aus ver-schiedenen Städten Latiums und in Folge von der Vereinigung

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1 Orelli -Henzen 2276 = Mommsen I. R. N- 2211. Vgl. A. W.Z u m p t, de Lävinio et Laurentibus Lavinatibus comment. epigr. Berol.1845. 4 und dazu Henzen in,der Jenaer Litteraturzeitung 1847N. 60 ff.

2 Wegen derZwillinge vgl. Preller, r. M. S. 695, der auf Praenesteund Tibur verweist.