Band 
Zweiter Theil. E-J.
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Eisenbahnen SS

Meilen weit. Ueberhaupt pflegt man anzuneh,wen, daß auf den vollkommensten englischen Eisenwe-gen ein Pferd täglich dieselbe Arbeit thut, wozuman sonst 40 bis 50 Pferde haben mußte. Daßauch Dampfmaschinen zur Trcibung der Wagen aufEisenbahnen angewendet werden, wissen wir schon ausdem Artikel Dampfwagen.

Der Engländer Wyat suchte die Eisenbahnendadurch zu verbessern, daß er die Schienen, woraufdie Räder laufen, oval machte. Auf einer solchenEisenbahn konnten zwei Pferde 24 mit Eisen bela«dene Wagen täglich sechs Mal, jedes Mal 24 Ton-nen, folglich 114 Tonnen des Tages ziehen.

Noch merkwürdiger erscheint die Verbesserungdes Palmer. Seine Eisenbahn besteht blos auseinem einzigen Gleise, weil sein Fuhrwerk nur zweihinter einander gehende Räder hat. Die Last befindetsich in zwei Behältern, wovon zu jeder Seite deöGleises einer angebracht ist, und so tief unter sck-ncm BcfestigungSpunkte herab hängt, daß, wenn 'ieSchwere auch sehr ungleich vertheilt wäre, doch ni')tso leicht eine Störung des Gleichgewichts erfolgnkönnte. Eine solche Eisenbahn ließe sich gleichsamwie eine Brücke über die Thäler ziehen. Das Pferdaber muß hier begreiflich seitwärts angespannt wer-den. Daß übrigens die Anlage und die Unter-haltung einer solchen eingleisigen Eisenbahn viel wohl-feiler seyn muß, als eine gewöhnliche zweigleisige, istleicht einzusehen.

Auch Herr von B a ad er in München hatdie englischen Eisenbahnen so bedeutend verbessert,daß die Wirkung, in Hinsicht auf Kraft-Ersparniß,jene der englischen Eisenbahnen drei Mal übertreffensoll; zugleich soll die Anlage weniger kostspielig seyn.Auf solchen Baader'scheu Eisenbahnen kann einPferd bei gewöhnlicher Anstrengung eine auf vielenan einander gehängten Wagen vertheilte Last von 360bis 400 Ccntner ziehen, wenn die Gleise horizontal