Band 
Zweiter Theil. E-J.
Seite
388
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Friktion

Fuß durchlaufen wurden, so konnte ^ nicht anders als 12 : l angenommen werden. Diese Zunahme derFriktion bei zunehmender Geschwindigkeit fand vorzüg-lich bei neuen Rollen Statt. Und daraus sieht man, daßdie erst genannten Holzflächcn eine weit geringere Friktiongaben, und zu mancherlei Operationen am meisten zuempfehlen sind.

Bei sehr kleinen Flächen zeigte das Schmieren oftwenig Vortheil; hier wich nämlich der Talg aus, weilihn die fast schneidenden Flächen leicht zur Seite dräng-ten , und die Flächen so wieder unmittelbar auf einanderzu liegen kamen. Bei Merallflächen hat die Erfahrunggelehrt, daß da der Widerstand des Reibens bei fortge-setztem Gebrauche geringer wird, so daß, wenn anfangs\p = & : l, dies nachmals = 6 : 1 wurde. Die Ur-fache hiervon kann man vielleicht daraus herleiten, daßdie Metallflächen beim Reiben einen Metallstaub ab-fetzen, welcher nach und nach die Vervollkommnung derPolitur befördert. >

Johann Harrifon, der sich durch die Erfin-dung der See - oder Längenuhren einen unsterblichen Na-men erworben hat, verfertigte in feinen jüngern JahrenZeitmesser, wo die Zapfen der Räder von Messing inhölzernen Löchern liefen. Dadurch brachte er eine gerin-ge Friktion zu Wege, obgleich kein Oel gebraucht wurde.Die Nachricht verschweigt zwar, welche Gattung vonHolz der Künstler zu den Zapfenlöchern anwandte; al-lein man sieht doch, daß Harrisson durch Nachdenkeneben das herausbrachte, und bei seinen Maschinen, wodie Reibung so geringe als möglich seyn sollte, in Aus-übung zu bringen wußte, was erst nachher d e C o u l o m bund Tim enee durch Versuche gefunden haben.

Ee ist allerdings ausgemacht, daß die Reibung beiKörpern von einerlei Materie, die sich über einander be-wegen, weit stärker ist, als bei Körpern von zweierleiMaterien. So reibt sich z. B. Messing auf Messingstarker, alö Messing auf Eisen oder Stahl. Denn dieBildung zweier Körper von einer und derselben Materie