Friktion 389
ist auch eine und dieselbe (versteht stch, nicht im streng-sten Sinne genommen). Daher passen die Erhöhungeneines Körpers von einer gewissen Materie in die Vertie-fungen eines andern Körpers von derselben Materie ge-nauer ein, ale wenn diese Körper aus verschiedenen Ma-terien beständen, wo auch die Struktur der Theilchenverschieden seyn würde.
Unter allen Metallen ist die Reibung deö Messings auf Stahl am geringsten, und deswegen hat man beiUhren das Räderwerk so eingerichtet, daß die Getriebeso wie die Wellen und Zapfen, von gehärtetem Stahl,die Räder und Zapfenlöcher aber von geschlagenem Mes-sing sind. Musschenbroecks Tribometcr hat denVorzug einer solchen Bauart deutlich an den Tag gelegt.Dieses Werkzeug bestand aus einem 4 Zoll dicken hölzer-nen Cylinder, Lurch welchen eine stählerne gehärtete Axeso ging, daß an beiden Enden glatt polirle Zapfen her-vorragten. Diese Zapfen konnten in Pfannen von ver-schiedenen Materien, wie Holz, Kupfer, Messing,Stahl u. s. w. gelegt und darin bewegt werden. Um diehölzerne Walze wurde eine Schnur gewunden, an welcherzwei gleich schwere Gewichte hingen, um den Druck ge-gen die Zapfenlager oder Pfannen nach Belieben zu ver-stärken. Auf der einen Seile wurde eine feinere Schnurmit einer Wagschale, worein man Gewichte legen konn-te, angebracht, die, wenn die Schale heruntersank, dieWalze umdrehte. Der vordere Theil der an der Walzebefindlichen stählernen Zapfen war è Zoll, der Hintere \Zoll dick, damit die Versuche sowohl mit den dünnern,als auch mit den dickern Zapfen angestellt werden konn-ten. Die ganze Welle mit ihrer Axe war 3 Pfundschwer.
Die Friktion entstand also immer am Umfange derZapfen und in den Zapfenlagern. Der Welle und desZapfcnsHalbmesscr standen in dem Verhältnisse wie 4: J,oder wie 16: l. Daher war das Moment deö Gewichtsin der Wagschale sechzehn mal größer, als dasMoment der Reibung.