Gradirwerk
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slblicgs; alsdann soll die Frage seyn, wie man die ganzedazu nöthige Einrichtung der Kunstwerke macht, undwie man die Länge des GradirbaueS berechnet, der sichdurch die gegebenen Vewegungskräfte aus dem Brunnenmit Soole versehen läßt.
1) Es sey die Menge des in jeder Sekunde herab,stürzenden Aufschlagwassers —2 Kubikfuß, das erwähn-te Gefalle —17 Fuß, die Höhe des obcrschlächtigen Was-serrades — ist Fuß, die Entfernung des Brunnens vomRade — 2000 Fuß, und die Entfernung des Gradir-haufes vom Brunnen — 1000 Fuß. Auch hier soll dieBrunncnsoole als 3 lökhig und die zuletzt gradirle Sooleals 18 löthig angenommen werden, und der Bau untenzwei Wände und oben eine Wand haben.
2) Man bestimme nun die mittlere Höhe, um wel-che das Bafstn des Gradirhauses über der veränderlichenStelle des Brunnenspiegels erhaben ist. Dies muß mandurch Beobachtungen ausmachen, und allenfalls diemittlere Höhe lieber etwas größer als zu gering ansetzen.Sie soll hier z. B. 36 Fuß seyn.
3) Von dem Wasserrade an bis zum Kunstkreuzeim Brunncnhause lege man eine Stangcnkunst an, undsetze die Kunstböckc etwa 30 Fuß weit von einander.Man kann dann das Gewicht des beweglichen Theiles ei-nes Kunstbockes mit dem darauf liegenden 30 Fuß lan-gen Stücke der Stangcnleitung zu 600 Pfund an-nehmen.
4) Man lege in dem Brunnen ein doppeltes ver-einbartes Saug, und Druckwerk an, lasse die Soolevertikal aufwärts in die Höhe heben, in ein in dem Brun-nenhause angebrachtes Behältniß auSgießen, und vonda durch seinen natürlichen Fall, mittelst eines Röhren-gangcs, bis in das untere Bassin des bestimmten Gra-dirhauses leiten.
s) Nun berechne man die Soolenmenge, die ver-möge des mit der Stangenkunst verbundenen Rades injeder Minute auf das GradirhauS gebracht werden kann.Nämlich