676
Gradirwerk
rung geleitet; 2) von einem Gradirhause oder von einemFalle zum andern, und 3) von dem letzten Gradirhauseoder Falle in die Sicdepfannen.
Die Leitung der Soole von dem Salzbrunnen nachdem ersten Gradirhause kann auf eine vierfache Art ge-schehen.
1 ) Man ist schon im Stande, die in den Salz-brunnen nur bis an den Tag gehobene Soole durch einebloße Röhrenleitung und durch den natürlichen Fall inden obern Soolenkastcn des ersten GradirhaufeS zu lei-ten. Der Ort, wo die Soole in eine solche Röhrettlei-tung einstießt, muß daher höher liegen, als der Ort ist,wo die Soole ausfiießt. Und diese höhere Lage mußzicnilich merkbar seyn, weil die Röhren wegen des Wi,Verstandes der Soole, der Luft und der Friktion bei ih-rem Ausflüsse lange nicht so viele Soole geben, ale siedem Durchschnitte ihrer Oeffnung oderHöhlung nach ge-ben sollten. Dir hölzernen Röhren dürfen, um ihnennichte von ihrer Stärke zu benehmen, nicht in einandergespitzt, sondern müssen mit Büchsen zusammengefügtwerden.
2) Man kann auch die aus dem Salzbrunnen anden Tag gehobene Soole durch eine bloße Röhrenleitungnach dem ersten Gradirhause laufen und von da in denobern Koolcnkastcn des Hauses heben lassen. Damitnun aber die Soole an dem Orte bei dem ersten Gradir-hause, wo sie aus der Röhrenleitung ausfiießt, bequemin die Höhe gehoben werden könne, so macht man da-selbst «inen etwa 2 Fuß tiefen und 4 Fuß langen undbreiten Kasten oder cine Cisterne in die Erde, worausdie Soole durch Saug- und Druckwerke in den obernSoolenkasten des Gradirhauses emporgehoben wird.
3 ) Die Soole laßt sich aus dem Brunnen so hochüber Tag heben, daß sie nach dem obern Soolenkastendes ersten Gradirhauses einen natürlichen Fall bekömmt.Diese Einrichtung wird aber mit vielen Kosten verbun-den seyn, weil man hierzu ein sehr hohes Brunnenge-