VIII
Vorwort.
oder Luther, vder wer nur in einer andern Disciplin ein sogroßes Ansehen genießt, daß man warnend den Schülern dasCiceronianische Wort zurufen möchte: „Obost xlornin^no üsgut ckisooro voluot nnotoritns ooruin c^ni äooont".
Aber es ist auch nicht Jedermanns Sache, sich lediglich derErforschung eines einzigen Mannes, einer einzelnen Theorie,eines einzelnen Systems zu widmen und sich gewissermaßen mitdiesem zu identificircn. Eines schickt sich eben nicht für Alle;darum machen sich Andere um die Systematik einer Wissenschaft,Andre um die geschichtliche Aufhellung der Vergangenheit, wiederAndre durch Anleitung zur Verwerthung der Kenntnisse für daspraktische Leben verdient. Oolloinioobn! Ein Jeglicher nach seinerArt! (Gen. 1, 12). Endlich gibt es auch Solche, welche sichfür allen, unsrer Cognition neu zuströmenden Stoff — undkeine Wissenschaft kann, wenn sie fortschreiten soll, dessen ent-behren — interessiren, welche durch Anregung neuer Fragen,durch Aufstellung neuer Probleme, durch eine neue, von bishernicht eingeschlagener Seite und nach noch nicht angewandterMethode angestellte Erklärung und Begründung der Erschei-nungen sich um Erweiterung und Bereicherung des geistigenHorizontes bemühen. Möglicherweise sind ihre Anstrengungen„Versuche am untauglichen Object" oder doch „Versuche mit un-tauglichen Mitteln", welche ihres Zweckes verfehlen. Aber ver-loren geht doch keine Kraft, und völlig vergeblich ist keineArbeit im Weinberg der Wissenschaft, wenn auch der imSchweiße des Angesichts gesuchte Schatz nicht gefunden wird!
Die Vergleichende Religionswissenschaft gehört zu den erstseit kurzer Zeit in Betrieb genommenen bauwürdigen Gruben,aus welchen allerlei gutes Gestein gewonnen werden wird undbereits gewonnen ist; es fragt sich, was für Geräthe und Waffendaraus gefertigt und wozu sie gebraucht werden. Gefäße zurEhre oder zur Unehre des Christenthums, Waffen zum Angriffoder zur Vertheidigung der Wahrheit lassen sich von der Aus-beute herstellen und verwenden. Wir sind aber der Ueberzeugung,daß der guten Sache, der absoluten Religion alle Dinge zum Bestendienen müssen, und daß alle feindseligen Attaquen Nichts Widerdie Wahrheit vermögen.