Ehe wir uns zu den Völkern des Indogermanischen Stammeswenden, werfen wir noch einen Blick auf das merkwürdige Volkim „Reiche der Mitte", welches auf eine historische Zeit von 4000Jahren zurückblickt*), und welches sich in diesen langen Zeitläufenso gleichförmig entwickelt und erhalten hat, daß noch jetzt derTypus der Art oder des Genus den des Individuums vollständigüberwiegt. Behaupten nun manche Beschreibungen von Land undLeuten, daß der conservative Geist innerhalb des Volkes einenStillstand in der ganzen Cultur erzeugt habe, so hat doch indiesen langen Jahrhunderten immerhin eine Entwicklung desgesummten Lebens durch viele Veränderungen und Stufen hin-durch stattgefunden. Darum ist es auch geradezu unmöglich,diese Gesammtentwicklnng in Einer Kategorie abzuthun. Daskolossale Ländergebiet, welches mit dem Namen China bezeichnetwird, ist von einer zwar ungleich vertheilten, aber im Ganzen
*) Die historische Zeit Chinas beginnt mit der Dynastie Hia (von 2207bis 1767 v. Chr.), obschon die Angaben über diese wie die folgende DynastieSchang oder In noch immer des Dunkeln und Fabelhaften sehr viel ent-halten. Auch der Zeit der Dynastie Tschau (1122—258 v. Chr.) fehlt esnoch an Licht. Von 247 an ist China oder Tsina unter der Tsin-Dynastie,welche dem Lande seinen heutigen Namen gegeben hat, vereinigt. Außer denälteren Arbeiten Gaubil's vergleiche man besonders Jdeler „Ueber die Zeit-rechnung der Chinesen". Berlin 1839.
Nach den neuesten Schätzungen zählt das kolossale Ländergebiet über430 Millionen Seelen oder „Mäuler", welche vorwiegend der gelben Rasseangehören.