Hades und Elysium oder das Jenseits nach der Anschauung der Griechen. 283
Warum aber ist der Tod ein so großes Uebel, daß auchdie Helden sich vor ihm fürchten?! Weil im Tode das Ich,die menschliche selbstbewußte Persönlichkeit aufhört, und dieSeele zwar nicht mitstirbt, aber zu einem traurigen Schatten-leben herabsinkt. Der Tod ist Scheidung der Seele vom Leib.Die Seele, verläßt den Leib, um alsbald in den Hades
zu gehen, wie es z. B. in der Od. 11, 65 und an andernStellen öfter heißt: Sie war
im Leibe gleichsam verschlossen, ist aber etwas von ihm Ab-gesondertes, für sich Bestehendes, welches, sobald im Tod seineFesseln gelöst sind, entweder durch den Mund (II. 9, 409:„m-ögog obTe leemch, N'// elxr-ß Lvret «o-
/.M «zlktchxrttk, oötmrnm") oder mit dem Blute durch die
Wunde (II. 14, 518. 22, 362: 6'xx FxFrmv
Myxkt". 16, 504, wo außer der auch die das
körperliche, animalische Lebensprincip, dem herausgezogenenSpeere folgen, 16, 856 u. a. m.) zu entweichen eilt. Wir könnenhier nicht näher auf die homerische Psychologie uns einlassen,sondern verweisen auf Schriften wie Halbkart's „Us^olloloZinUomsrien". Züllichau 1796, Völcker „Ueber die Bedeutung vonrhoMs und kläc-Utm". Gießen 1825, und auf Nägelsbach's Aus-führungen a. a. O. S. 331 8<p<p. Nur soviel müssen wir sagen,daß die die Seele, welche bei Homer noch identisch ist mit
dem Geiste — was wir im Gegensatz zu Nägelsbach festhalten —zum x-Nolor-, d. i. zu einem Schatten, zu einem Traumbild(Ocl. 11, 222:
einem Rauch gleich (II. 23, 100) wird; vom Leibe, ihrem Organe,getrennt, verliert sie die Fähigkeit zu denken, den uot§. Nurdem Tiresias hat nach Oä . 10, 494 sgg. Persephoneverschafft und bewirkt, oll,- MMnaA««,, daß er allein verständigund weise blieb.
Sie sinken aber x«r« unter die Erde, die Seelen der
Gestorbenen, und gelangen in das dunkle Haus des Hades. Hades>//§, ^rötEns) bedeutet „der Unsichtbare" oder,wenn wir es von der Wurzel «« --- immerwährend ableiten, „derEwige", wobei wir an das apostolische Wort (2 Cor. 4,18) erinnern:„Was sichtbar ist, ist zeitlich, was aber unsichtbar ist, das ist ewig."