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Entwicklungsgeschichte der Vorstellungen vom Zustande nach dem Tode auf Grund vergleichender Religionsforschung / dargestellt von Edmund Spiess
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Hades und Elysium oder das Jenseits nach der Anschauung der Griechen. 283

Warum aber ist der Tod ein so großes Uebel, daß auchdie Helden sich vor ihm fürchten?! Weil im Tode das Ich,die menschliche selbstbewußte Persönlichkeit aufhört, und dieSeele zwar nicht mitstirbt, aber zu einem traurigen Schatten-leben herabsinkt. Der Tod ist Scheidung der Seele vom Leib.Die Seele, verläßt den Leib, um alsbald in den Hades

zu gehen, wie es z. B. in der Od. 11, 65 und an andernStellen öfter heißt: Sie war

im Leibe gleichsam verschlossen, ist aber etwas von ihm Ab-gesondertes, für sich Bestehendes, welches, sobald im Tod seineFesseln gelöst sind, entweder durch den Mund (II. 9, 409:m-ögog obTe leemch, N'// elxr-ß Lvret «o-

/.M «zlktchxrttk, oötmrnm") oder mit dem Blute durch die

Wunde (II. 14, 518. 22, 362: 6'xx FxFrmv

Myxkt". 16, 504, wo außer der auch die das

körperliche, animalische Lebensprincip, dem herausgezogenenSpeere folgen, 16, 856 u. a. m.) zu entweichen eilt. Wir könnenhier nicht näher auf die homerische Psychologie uns einlassen,sondern verweisen auf Schriften wie Halbkart'sUs^olloloZinUomsrien". Züllichau 1796, VölckerUeber die Bedeutung vonrhoMs und kläc-Utm". Gießen 1825, und auf Nägelsbach's Aus-führungen a. a. O. S. 331 8<p<p. Nur soviel müssen wir sagen,daß die die Seele, welche bei Homer noch identisch ist mit

dem Geiste was wir im Gegensatz zu Nägelsbach festhaltenzum x-Nolor-, d. i. zu einem Schatten, zu einem Traumbild(Ocl. 11, 222:

einem Rauch gleich (II. 23, 100) wird; vom Leibe, ihrem Organe,getrennt, verliert sie die Fähigkeit zu denken, den uot§. Nurdem Tiresias hat nach . 10, 494 sgg. Persephoneverschafft und bewirkt, oll,- MMnaA««,, daß er allein verständigund weise blieb.

Sie sinken aber x«r« unter die Erde, die Seelen der

Gestorbenen, und gelangen in das dunkle Haus des Hades. Hades>//§, ^rötEns) bedeutetder Unsichtbare" oder,wenn wir es von der Wurzel «« --- immerwährend ableiten,derEwige", wobei wir an das apostolische Wort (2 Cor. 4,18) erinnern:Was sichtbar ist, ist zeitlich, was aber unsichtbar ist, das ist ewig."