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Elftes Capitel.
einen Mischtrank von Honig und Milch oder vonWein, Wasser und Gersteninehl, als Opfer darbringt, wenn erihnen dann ein mit Gebet verbundenes Gelübde ablegt, daß ernach seiner Heimkehr ein fettes unfruchtbares Rind, und demTiresias einen schwarzen Schafbock opfern wolle, so erscheinendie Todten als ckivi muuss, welchen ein Cult zukommt. Aehnlichist es auch, wenn Achill (II. 23, 220) in der Nacht, in welcherPatroklos' Leichnam von den Flammen verzehrt wird, fort-während Weinspenden ausgießt und dazu die des Patroklos anruft, ein ganz andres Rufen, als der Abschiedsgruß ist, dessender Dichter Oä. 9, 65 gedenkt. Ebenso bezeichnet der im letztenGesang der Odyssee auftretende welcher
dort die Seelen der Freier zum Hades geleitet, nicht nur einespätere Zeit, sondern auch einen fortgeschrittneren Standpunkt.Die Seele erhält durch das Geleite des Gottes mit seinemStäbe, mit welchem er die Augen der Sterbenden zum Todes-schlafe zudrückt, wie er auch die Schläfer mit ihm aufweckt, einegrößere Selbständigkeit und einen höheren Werth.
Bei Homer selbst ist die Unsterblichkeit des Geistes nochdurch die des Leibes bedingt, wenn auch zuweilen einige Wider-sprüche dagegen vorkommen, die dem naiven Bewußtsein desDichters allerdings unbemerkt bleiben. Nur der Gott ist un-sterblich in vollem Sinn. Doch strebt die Vorstellung deshomerischen Menschen danach, über die Kluft zwischen Tod undUnsterblichkeit eine Brücke herzustellen, damit dieselben nichtabsolut auseinanderfalten. Sie versucht dies auf einem doppeltenWege, sie theilt nämlich entweder die Zeit zwischen Tod undFortleben, so daß der Eine Tag jenem, der andere diesem gehört,wie bei den Dioskuren Kastor und Pollux (11, 301—304), welchen
für den dort begrabenen Helden Sthenelus. Denn als sie an dessen Grabmalvorbeischiffen wollten, wurde der klägliche Schatten des Abgeschiedenen, welchenProserpina aus der Unterwelt beurlaubt hatte, sichtbar und blickte sehnsüchtignach den stammesverwandten Männern. Er stand oben auf seinem Grabhügelin der Gestalt, in welcher er zur Schlacht gegangen war; ein purpurner Buschmit vier schönen Federn wehte ihm vom Helm. Da zog Jason mit seinenGefährten rasch das Schiff an's Land. Sie umstellten den Grabhügel, netztenihn mit Trankopfern und verbrannten darauf schwarze Schafe. Da tauchteder Schatten des Sthenelus wieder in die dunkle Tiefe.