Hades und Elystum oder das Jenseits nach der Anschauung der Griechen. 293
nach kiocl. 10, 55 8gg. Zeus gestattete, abwechselnd EinenTag in der Oberwelt und Einen in der Unterwelt zuzubringen. *)Auch vom Hermessohn Aethalides , dem Herolde der Argonautens^xoll. Klloä. I. 640—648) erzählt Pherekydes (1?r. 66)<„oTt c)c,7oou ss/s wü ö rö
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ÜE." Oder sie spaltet die Person und versetzt einen Herosdem Leibe nach zu den Göttern, während sein Schattenbild,das «6ca/iou, zum Hades hinabsteigt (Ock. 11, 601). Ja diemenschliche Sehnsucht und Phantasie scheut auch den letztenSchritt nicht; sie versetzt den Liebling der Götter und Eidamdes Zeus Menelaus lebendigen Leibes in das elysische Gefilde(Ock. 4, 561—569); sie entschließt sich, dem Menschen lieber denTodeskelch gar nicht zu reichen, als auf die Ahnung einer Un-sterblichkeit zu verzichten.... —
Die religiöse Weltanschauung der Griechen hat sich in dennachhomerischeu Zeiten vielfach erwertert und umgebildet. Invielen Stücken ist nicht allein ein Fortschritt in der Erkenntnißeinzelner Schriftsteller wahrnehmbar, sondern auch eine Be-reicherung und Veredelung des religiösen Besitzes des gestimmtenVolkes. Was die Erkenntnißguellen des göttlichen Willens undRathschlusses, was die Leiblichkeit der Götter, das Verhältnißder unpersönlichen Moira und Tyche zu Zeus , dem Lenker derWelt, was die Anschauungen von Frömmigkeit und Sittlichkeit,von Sünde und Sühnung betrifft, überall lassen sich größereoder geringere Veränderungen und Fortentwickelung constatiren.Später treten aber nicht blos ergänzende Elemente zur Volks-
0 Nach laoit. Osrinan. 43 wurde bei den Naharnavalen in einen,alten Haine ein jugendliches Brüderpaar verehrt, welches er dem Kastor undPollux vergleicht (ea vis numini, nomsn Willis) und welches von Simrock(Deutsche Mythologie, S. 298) auf Baldur und Hermüdhr gedeutet wird.Hermüdhr reitet auf dem Helweg in das Todtenreich, um seinen BruderBaldur zu lösen, daß er mit ihm nach Asgard zurückkehre (a. a. O. 73).
Proserpina , die von Pluto geraubte Tochter der Demeter, erhielt vonZeus die Erlaubniß, blos ein Dritttheil (nach späterer Sage die Hälfte)des Jahres bei ihrem Gemahl in der Unterwelt zuzubringen, die übrige Zeitaber sich des Lichtes und Lebens auf der Oberwelt zu freuen. Auch in altenorientalischen wie nordischen Mährchen findet sich der Zug, daß manchen Ge-storbenen gestattet ist, jährlich eins Zeit lang auf der Oberwelt zuzubringen.