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Elftes Capitel.
selbst erblindete. In der zweiten Pythischen Ode erwähnt Pindar die warnende Geschichte von Jxion, dem unglücklichen König derLapithcn. Zeus hatte ihm verstattet, an der Göttertasel theil-zunehmcn. Hier entbrannte er sür Hcre und wurde um diesesFrevels willen in den Tartarus geschleudert und mit Schlangenan ein Rad gebunden, das vom Sturmwind in ewigen Kreisenumhergewirbelt wurde. In der ersten Pythischen lesen wir:„Der hundertköpfigc Typhon, der Feind der Götter, liegt in demgrauenvollen Tartarus." Dieser Typhon oder Typhoeus warder jüngste Sohn des Tartarus und der Gaea, hatte hundertSchlangenköpfe, glühende Augen, schwarze Zungen und einefürchterliche Stimme; er hatte die Herrschaft über Götter undMenschen an sich reißen wollen, wurde aber nach hartem Kampfevon Zeus bezwungen und in die äußerste Finsterniß der Unter-welt geschleudert.
In der ersten Jsthmischen heißt es: „Der, welcher auf seinenSchätzen liegend, über den Armen lacht, beschließt sein Lebenohne Ehre für den Hades;" in der siebenten findet sich derSpruch: „Unbillig ist das Loos des Menschen; er kann seineGedanken erheben zu den höchsten Dingen, aber er ist ein zurasch vergehendes Wesen, als daß er den ehernen Sitz der Götterje erreichte." Das 102. Fragment gilt bekanntlich sür ein Bruch-stück von dem Klagegesang, den Pindar auf den Tod des Groß-vaters des Perikles gedichtet haben soll. Aus dem Passus:„Wer durch ein glückliches Geschick die Dinge in der Höhle unterder Erde gesehen hat, der kennt in der That das Ende desLebens; der kennt auch den Anfang der Herablassung des Zeus,"ist eine Anspielung auf die Mysterien ersichtlich,. und der Sinnder Worte der, daß der Eingeweihte das Leben kennt, welchesaus den Tod folgt. Das 59. Fragment scheint der Rest einesTrauerliedes, welches, nach der ersten Zeile zu schließen, bei einernächtlichen Leichenfeier gesungen worden ist. „Während es hierrings um uns (so heißt es dort) Nacht ist, leuchtet ihnen dieMacht der Sonne und auf den rosenrothen Wiesen ihrer Wohn-plätze wachsen Goldne-Aepfel- und Weihrauchbäume. Da er-götzen sich die Einen an Rossen und Kampfübnngen, Andre mitSpielen, Andre mit der Leyer, und für Alle blühet ein schönes