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Entwicklungsgeschichte der Vorstellungen vom Zustande nach dem Tode auf Grund vergleichender Religionsforschung / dargestellt von Edmund Spiess
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297
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Hades und Elysium oder das Jenseits nach der Anschauung der Griechen. 297

Glück; cin herrlicher Duft durchwogt die wunderbaren Räume,und sie bringen ohne Aufhör Gebete und Rauchopfer an denAltären der Götter." Dieses Gemälde der Scenerie rings umdie Stadt der Seligen wird von dem Dichter entworfen, um dieum geliebte Todte Trauernden zu trösten.

Eine der wichtigsten Stellen für die pindarische Eschatologiefindet sich in der zweiten Olympischen Ode:Ein rechtschaffener,tugendhafter Mann kann über sein dereinstiges Loos beruhigtsein. Die Seelen der Gottlosen aber erleiden, wenn sie ausdem Leben scheiden, Strafe. Drunten, unter der Erde sprichtEiner, dem das Gericht durch eine verhaßte Nothwendigkeit auf-erlegt ist, das Urtheil über alle Uebertretung und Schuld, dieim Reiche des Zeus begangen worden ist. Die Guten führendort ein Leben ohne Thränen, geehrt von Göttern, weil siezeitlebens an der Tugend ihre Freude gehabt; die Andern aberhaben ein Dasein zu schrecklich, als daß man es ansehen könnte.Wer dreimal in beiden Welten den Entschluß gehalten hat, fest-zustehen und seine Seele vom Unrecht rein zu bewahren, derhat denPfad des Zeus " gefunden, welcher zur Burg desKronos leitet; dort spielen die linden Lüfte des Oceans um dieInseln der Seligen; mit Blumen und Kränzen umwinden sieArme und Schläfe und wandeln in der Gemeinschaft der Ge-rechten bei Rhadamanthys, dem Gehülfen des Kronos." Zeus hat sich nämlich mit seinem Vater Kronos , den er einst enthrontund verbannt hat, wieder versöhnt und hat ihn zum König ge-setzt über die Geister der Frommen, welche in jenen fried- undfreudevollen Regionen wohnen. Aus Fragment 98 entnehmenwir folgende Vorstellung:Denjenigen, welche nach einem Lebenunter unglücklichen Gestirnen und ohne Furcht zum Hades Herab-steigen, will Persephone eine Entschädigung für das erlitteneMißgeschick gewähren, dadurch daß sie ihnen nach acht Jahren so lange dauert die Zeit der Sühnung und Reinigung fürgroße Verbrechen ihr Leben zurückgibt. Dann sollen siemächtige Könige, starke, kluge, glückliche Regenten werden, undspäter soll man sie als heilige Heroen anrufen." In diesenbeiden zuletzt angeführten Stellen ist Bezug genommen auf dieAnnahme eines wiederholten Lebenslaufes, auf jene alte aus