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Rückblick und Endergebniß der Untersuchung.
man, wie wir es mit den Vorstellungen von dem Zustande nachdem Tode gethan haben, die Geschichte einer bestimmten Seitedes religiösen Geisteslebens darzustellen unternimmt. Vielfach istdas Gesetz unsern Augen verborgen, nach welchem die bunteMannichfaltigkeit der Vorstellungen über ein und denselbenGegenstand bei doch gleichartig angelegten Menschen entstehenkonnte und entstanden ist. Einem oberflächlichen und urtheilslosenBeobachter mag diese Verschiedenheit wohl so groß vorkommen,daß er in den zahlreichen Abstufungen, Formen und Färbungen,in welchen die Idee eines Jenseits auftritt, nur einen Haufenvon zufällig erscheinenden Thatsachen und ganz zusammenhanglosentstandenen Bildungen zu erkennen vermag. Auf Grund tiefer-gehender sorgfältiger Begleichung wird man aber entdecken, daßdie Erwartungen von einem künftigen Leben in den wesentlichstenStücken denselben Grundtypus verrathen, wenngleich derselbe sobiegsam und elastisch ist, daß er zu den verschiedensten Bildungenfähig war, die nur immer unter dem Einfluß äußerer Umgebungenentstehen konnten.
Das Auseinandertreten eines Vorstellungskreises in so zahl-reiche und einander scheinbar widersprechende Elemente, dieTrennung des vorher Vereinigten und Verwandten im Reicheder Ideen ist zwar immer ein dunkler und in vieler Hinsichtunerklärlicher Hergang; allein derselbe findet seine Analogieund seine Erklärung in den Spaltungen und den in Folgehiervon eingetretenen Veränderungen innerhalb der großenMenschenfamilie. . „Wer zweifelt wohl daran — sagt Snella. a. O. S. 91 — daß alle Völker des indo-germanischen Stam-mes, Inder, Perser, Griechen, Römer, Celten, Germanen undSlaven , aus Einem indo-germanischen Urvolk hervorgegangenseien? Ihre Sprache beweist dies unwidersprechlich. Wie verschie-den sind sie aber iu ihrer ganzen geistig-sittlichen Organisation,und wie verschieden insbesondere in Demjenigen, was ihremSeelenleben letzte und höchste Befriedigung gewähren kann, wasihr eigentliches Lebensideal bildet. Die Eigenthümlichkeiten dieserVölker, wie sie in ihrer späteren Trennung erscheinen, könnenwir nicht vereinigt denken. Wie könnte das innere Seelenlebendes Hindu und des Skandinaviers in Einer Brust Hausen! Aber