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Entwicklungsgeschichte der Vorstellungen vom Zustande nach dem Tode auf Grund vergleichender Religionsforschung / dargestellt von Edmund Spiess
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Rückblick und Endergebnis der Untersuchung.

sie durch die in der Bibel wie anderwärts gebrauchten Analogieenplausibel gemacht ist, empfiehlt sich als eine sich aus dem Wesenund der Bestimmung der Seele ergebende, einleuchtende Folgerungund als eine, wenn auch nicht über allen Zweifel erhabene, sodoch wahrscheinliche Hoffnung. Wie wir schon bemerkt haben, istdenn in der That die Annahme einer Auferstehung des Leibes,dieser Terminus richtig verstanden keineswegs eine im Christen-thum allein oder zuerst gegebene Vorstellung. Wir finden sievielmehr in allen Religionen, wo nicht ausdrücklich und ausführlichgelehrt, so doch nachweislich vorausgesetzt.

Es bedarf kaum der besonderen Erwähnung, daß auf denniederen Stufen der religiösen Entwicklung, auf welchen wir denFetischismus (das Wort nicht blos als geschichtliche Erscheinung,sondern als allgemeines Durchgangsstadium gefaßt) getroffenhaben, die Idee einer für sich seienden Geistigkeit am Aller-wenigsten möglich und vorhanden ist. Darum läßt sich von vorn-herein behaupten, daß der Zustand, in welchem man hier dieSeelen der Menschen fortdauern ließ, zwar schemenhaft, gespenster-haft gedacht war, aber doch nicht völlig unkörperlich. Die abgeschie-denen Seelen, fei der Leichnam des Verstorbenen nun verbrannt, seier verzehrt, sei er begraben worden, verweilen noch längere oderkürzere Zeit in der Nahe ihrer alten Wohnplätze, lassen Seufzerund Klagen hören und verursachen böse Träume, treiben aller-hand Spuk und dergleichen, wie wir das des Näheren in unsermAbschnitt überDie Vorstellungen der barbarischen Völker vondem Jenseits" gehört haben. Alles das setzt eine gewisse nochbestehende, irgendwie geartete Körperlichkeit dieser abgeschiedenenSeelen voraus. Auch die uns in vielen Beispielen bekannt ge-wordene Sitte, den Todten allerlei Speisen und Getränke mit-zugeben, wie sie sich nicht blos bei wilden Nationen, sondern auchbei den Hindus (siehe Andreä a. a. O. S. 7), unter den Chinesen(siehe Meiners, Gesch. der Rell., Bd. I., S. 307), bei den altenSkythen (Hör. IV, 18 flg., vioä. 8io. III, 44, Andreä a. a. O.S. 90), bei den meisten Völkern des alten und neueren Scha-manenthums, und sogar bei den Aegyptern und Juden findet(siehe oben unsern AbschnittLeichenbestattung und Gräber-symbolik"); der ebenfalls häufig vorkommende Gebrauch, dem