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Rückblick und Endergebniß der Untersuchung.
grad herabgedrückt zu sein, kann aber durch Anwendung gewisserMittel erweckt und gesteigert werden. Und wenn die Körper, inwelchen die in der Unterwelt auf der Asphodeloswiese umher-irrenden Seelen einst wohnten, auch verbrannt oder verwest sind,so erkennt Odyssens sie, nachdem sie von dem Blute des schwarzenOpferthieres getrunken, doch an Gestalt und Habitus wieder, denAgamemnon und den Alkinous, seinen Gefährten Elpenor undseinen Nebenbuhler Ajax, den Patroklus und den Antilochus, denAchilles und den Tiresias und wie sie alle hießen, ferner die Tyround seine Mutter Antikleia, nach deren Schatten er dreimalvergeblich greift, ihn festzuhalten und zu umarmen, die Antiopeund Alkmene, die Epikaste und die Chloris, die Leda und Jphi-mcdea, die Phaedra , die Prokris und die schöne Ariadne undviele andre. Alle erkennt er, theils ohne sie vorher gesehen zuhaben, theils als alte Bekannte; sie seufzen und klagen, wie dernoch nicht begrabene Elpenor (v. 52—59), sie trinken das Blutaus der Opfergrube, ihre Erinnerung taucht aus dem Vergessenauf und sie erkennen den Odyssens, sie sehnen sich zurück und redenmit ihm über Vergangenes und Zukünftiges. Aehnlich wird vonVergil*) auch der Besuch des Aeneas geschildert und die Schatten,welche er trifft und ausfragt, sind ganz in gleichem Zustandewie die, welche Odyssens gesehen. Es geht aus diesen classischen
*) Wegen der Schilderung der Unterwelt, welche der im Mittelalter hochverehrte und vielgelesene Vergil im sechsten Buche des Aeneis gegeben, wirder auch zum Führer durch Hölle und Fegfeüer für den Dichter der „Gött-lichen Komödie " bestimmt; Inferno I, 64 flg. Zum Paradiese hat er alsHeide keinen Zutritt.
„Willst Du auch zu dem sel'gen Chor empor,
Würd'ger als ich, wird eine Seel' erscheinen;
Die geht, schied ich, als Führerin Dir vor." Merz 121 — 121 .)
Beatrice, seine ideale Jugendgeliebte, geleitet den Dichter auf dem Gangdurch die neun Kreise der Seligen. Ueber die allegorische Deutung des Vergilals Vertreters der Vernunft und der natürlichen Gottesahnung wie nichtminder der rechten politischen Einsicht (?) und der Beatrice als Repräsen-tantin der himmlischen Weisheit und göttlichen Gnade lese man die Aus-einandersetzungen in Rudolph Pfleiderer's Schrift: „Die göttliche Komödienach Inhalt und Gedankengang übersichtlich dargestellt mit biographischerEinleitung (Stuttg. 1871), sowie die eingehenden Anmerkungen ebendesselbenVerfassers zu der neuen (Leipzig 1878), berichtigten Ausgabe der Karl Streck-fuß'schen Uebersetzung des unsterblichen Dante 'schen Werkes.