WO SIND DIE ZEITEN
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nichts, er gefiel mir auch so. Da ich ihm in Paris be-gegnete, war anzunehmen, daß er Antifaschist sei, under erwies und bekannte sich als solcher mit Schmerz undWut und bedrängter Brust. „Sie leben nicht in Italien ?“„Mein Herr, was wollen Sie, ich kann — ich kann esnicht!“ Genau wie die Russen. Es ist doch merkwürdig.Sein Gott und Held und Meister ist Mazzini. SeineFreude darüber, daß ich von diesem Geist auch nurwußte, auch nur einige seiner Manifeste kannte, warergreifend. Wo sind die Zeiten, da ein und dasselbePathos Vaterland und Menschheit umfaßte ? Auch derDemokrat und Menschheitsfreund Mazzini forderte dieBrennergrenze, die heute der Faschismus, nach derersten Überraschung darüber, daß sie ihm in den Schoßgefallen, für gottgewollt erklärt. In der Anlage undFähigkeit, im Namen ganz verschiedener Prinzipiendasselbe zu fordern, besteht die Überlegenheit der-jenigen Völker über uns Deutsche , welche wir, eben aufGrund dieser Anlage und Fähigkeit, die politischenVölker nennen. Die Forderung der Vereinigung mitÖsterreich wäre eine solche, die unter Berufung aufbeide Prinzipien, das völkische und das demokratische,durchaus einstimmig gestellt werden könnte; aber unsereNationalisten, die während des Krieges nichts als Außen-politik kannten, lehnen sie ab aus innerpolitischemGrunde: weil sie auch mit menschheitlich-demokra-tischen Argumenten gestützt werden kann und weilihre Erfüllung einen Erfolg der Republik bedeutenwürde. Der Deutsche verhält sich zur Demokratie wieder alte Germane zum Christentum: er fürchtet undmuß vielleicht fürchten, durch sie national geschwächtzu werden. Diese Sorge ist den anderen überhaupt