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du Prel: Die Magie als Naturwissenschast.
indem sie von der Wirklichkeit zu reden meinen, nur von ihrer Organi-sation reden. Ich möchte es einem Professor Büchner nicht raten, alsAbgesandter unseres winzig kleinen Planeten einer solchen Versamm-lung zu erzählen, die einzige wahre Weltanschauung sei der Materialis-mus und die von den sünf Sinnen der Erdenbewohner wahrgenommeneWirklichkeit sei die einzige Wirklichkeit. Man würde ihn gänzlich über-stimmen, ja einfach auslachen.
Die Wirklichkeit ist also Produkt der Organisation, der Reaktions-modus einer gegebenen Organisation auf die Einwirkungen der Dinge.Unsere Sinne sind also Schranken, ja Hindernisse der Erkenntnis; dieWahrheit wird nicht durch die Sinnlichkeit geoffenbart, sondern liegtjenseits derselben. Schon Heraklit hat unsere Sinne Lügenschmiedegenannt, und sie sind es, weil sie aus der Wirklichkeit nur ein kleinesStück herausschneiden und dasselbe auch noch fälschen, sodaß uns nureine symbolische Erkenntnis der Dinge vermittelt wird.
Wir haben also keinen anderen Weg, der Wahrheit näher zukommen, als solche Sinnlichkeiten kennen zu lernen, welche wir nichtbesitzen. Insbesondere wäre es wertvoll, wenn wir etwas von einerErkenntnisweise erführen, wo diese sinnliche Fälschung ausgeschaltetwäre, wo also der Mensch — denn auf diesen sind wir ja angewiesen— nicht durch seine fünf Sinne erkennen, und das Objekt nicht auf dieseSinne einwirken würde.
Das ist nun der Fall im Somnambulismus. Die sinnlich wahr-nehmbare Außenwelt ist für den Somnambulen unterdrückt, und dennochhört er nicht auf, Wahrnehmungsobjekte zu haben. Sein sinnlichesBewußtsein ist unterdrückt, und dennoch hört er nicht auf, ein Bewußtseinzu haben. Der Somnambulismus verrät uns also eine den Sinnenverborgene Seite der Wirklichkeit und eine verborgene Seite unsereseigenen Wesens. Die Wirklichkeit ragt also über die Sinnlichkeit hinaus,und der innere Mensch über sein Selbstbewußtsein.
Darin liegt die ungeheure Bedeutung des Somnambulismus. Erläßt Probleme wieder aufleben, die der Materialismus begraben zu habenwähnte: das Problem des Jenseits und unserer Eingliederung in das-selbe mit einem Teil unseres Wesens. Der instinktive, allen Religionengemeinschaftliche Glaube, daß es eine übersinnliche Welt giebt, und daßwir selbst übersinnlicher Natur sind, wird also bestätigt. Aber wir habenes nicht mehr nötig, das Jenseits in ein Wolkenkukuksheim zu verlegen,noch unsere Seele den Flug dahin antreten zu lassen. Das Jenseits