94 I. HAUPTST. MEEHES-VEIYGÄÖSS.
Für die Geschichte der Gestalt America’s müs-sen wir uns mit Nachrichten aus den neuesten Zeitenbegnügen, da unsere Kenntnifs von diesem Lande sojung ist. America ist zwar in der kurzen Zeit, seitwelcher es den Europäern bekannt wurde, sorgfälti-ger und tiefer erforscht worden, als das altgeschicht-liche Africa, und es mangelt nicht an Beobachtun-gen über die physische Beschaffenheit jenes Erdtheils,und an Vermuthungen über Begebenheiten, die aut'seine jetzige Gestaltung gewirkt haben mögen. Manbemerkt an den Küsten sowohl Erscheinungen, dieein Abnagen derselben durch den Ocean bestimmtgenug andeuten, als auch solche, die vom Ansetzenneuen Landes zeugen; aber es mangelt an einemMaasstabe für die Zeiträume, in welchen solche Ver-änderungen bewirkt worden seyn mögen. Man siehtan der langen Kette kleiner Inseln, welche die Kü-sten des Nordamericanischen Freystaates bis an denMissisippi, und die Westküste von Nordamerica in ihrer nördlichen Hälfte begleiten, dafs diese Inselnentweder vor den Küsten des Continents von demMeere neu gebildet worden, oder dafs sie (wahr-scheinlicher) einst selbst die Continental-Küste gewe-sen, und durch das Meer abgetrennt worden sind.Man darf muthnrafsen, dafs die hinter den Meeres-Ar-men, welche diese Inselchen vom festen Lande schei-den, liegenden salzigen Moräste einst trocknes Landgewesen , und jetzt schon halb die Beute des erobern-den Oceans sind. Man sieht am Missisippi undan anderen grofsen Strömen Spuren ehemaligen höhe-ren Wasserstandes und des tiefem Einschneidens inihre Betten. Man kann wohl anzunehmen wagen,