Band 
I. Theil.
Seite
95
JPEG-Download
 

AMERICA UND AUSTRALIEN .

95

dafs West in di eil in der Vorzeit eine andere Gestalthatte, als die jetzige; da die Lage seiner Inseln, in-dem sie die Form der Westküste von Neu-Spaniennachahmt, zu deutlich darauf hinweifst, dafs sie nurdie Trümmer des gröfsern Festlandes sind, welchesder Ocean allmählig zerstört hat, indem er den Me-xicanisehen Busen aushöhlte. Man bemerkt andiesen Inseln die Spuren dieser Art ihrer Bildung.Man muthmafset auch vielleicht nicht mit Unrecht ei-nen ehemaligen Zusammenhang des Feuerlandes mitder Südspitze von America.

Aber die historischen Denkmale für Thatsachensolcher Art selbst für geringere, vielleicht noch inden Raum der Geschichte des Menschengeschlechts ge-hörende sind für America verloren gegangen. Kaumhaben sich einige dunkele Sagen davon unter denUeber-bleibselnder verdrängten und grofsentheils zerstörten Ur-völker erhalten. Wohl findet man bey ihnen, wie in deralten Welt, hie und da die Sage von einer grofsen allge-meinen Fluth, von dem allmähligen Auftauchen desLandes aus den Gewässern, so wie vom Gegentheile dem Verschlingen ganzer Landstriche durch das Meer.Ohne Zweifel gehören diese Sagen in Americas Fabel-zeit, wenn gleich die Tradition sich hie und da be-strebt, sie näher an die neuere heranzurücken. AlsBeyspiel einer solchen Sage führen wir diejenige an, de-ren Le Page du Praz gedenkt. Diesem versicherte derNordamericanische Wilde, Moncacht - Ape; er habe voneinem seiner Landsleute gehört, dafs ein Dritter nochmit eigenen Augen Länder gesehen habe, welche nach-her vom Meere verschlungen worden seyen (t).

l) Gatterers historische Biblioth. Bd. 6 - S. 253.