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tcö Aristoteles, nach welcher die ungeheure Masse vonAegos Potamoi durch Sturmwinde gehoben worden sei.
Eine vornehm thuende Zweifelsucht, welche Thatsachenverwirft, ohne sie ergründen zu wollen, ist in einzelnenFällen fast noch verderblicher als unkritische Leichtgläubigkeit.Beide hindern die Schärfe der Untersuchung. Obgleich seildrittehalbtausend Jahren die Annalen der Völker von Stein-fällen erzählen, mehrere Beispiele derselben durch unver-werfliche Augenzeugen außer allem Zweifel gesetzt waren,die Bätylien einen wichtigen Theil des Meteor-Cultus derAlten ausmachten, und die Begleiter von Eorteö in Eho-lula den Aörolithen sahen, der auf die nahe Pyramidegefallen war; obgleich Khalifen und mongolische Fürstensich von frisch gefallenen Meteorsteinen hatten Schwerbterschmieden lassen, ja Menschen durch vom Himmel gefalleneSteine erschlagen wurden (ein Frate zu Crema am 4September 1511, ein anderer Mönch in Mailand 1650,zwei schwedische Matrosen aus einem Schiffe 1674); so istdoch bis aus Ehladni, der schon durch die Entdeckungseiner Klangfiguren sich ein unsterbliches Verdienst um diePhysik erworben hatte, ein so großes kosmisches Phänomenfast unbeachtet, in seinem innigen Zusammenhange mit demübrigen Planetensysteme unerkannt geblieben. Wer aberdurchdrungen ist von dem Glauben an diesen Zusammen-hang, den kann, wenn er für geheimnißvolle Natureindrückeempfänglich ist, nicht etwa bloß die glänzende Erscheinungder Mcteorschwärme, wie im November-Phänomen und inder Nacht des heil. Laurentius, sondern auch jeder ein-same Stcrnenschuß mit ernsten Betrachtungen erfüllen. Hiertritt plötzlich Bewegung auf mitten in dem Schauplatz