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auf das Mittelmeer und die Gestade des südwestlichenAsiens beschrankt; aber von dem sechzehnten Jahrhundertan hat er sich weit verbreitet, und auf Völker erstreckt, diesern vom Meere im Innern der Kontinente leben. SeitdemColumbuö w „den Ocean zu entfesseln gesandt war"(so rief ihm auf seinem Krankenlager, im Traumgesicht amFlusse Belem, eine unbekannte Stimme zu), hat auch derMensch sich geistig freier in unbekannte Regionen gewagt.
Die zweite, und zwar äußerste und allgemein ver-breitete Umhüllung unseres Planeten, das Luftmeer,auf dessen niederem Boden oder Untiefen (Hochebenen undBergen) wir leben, bietet sechs Classen der Naturerschei-nungen dar, welche den innigsten Zusammenhang miteinander zeigen, und aus der chemischen Zusammensetzungder Atmosphäre, aus den Veränderungen der Diaphanität,Polarisation und Färbung, aus denen der Dichtigkeit oderdes Druckes, der Temperatur, der Feuchtigkeit und derElectricität entstehen. Enthält die Luft im Sauerstoff daserste Element deö physischen Thierlebens, so muß in ihremDasein noch eine andere Wohlthat, man möchte sagenhöherer Art, bezeichnet werden. Die Luft ist die „Träge-rinn des Schalles": also auch die Trägerinn der Sprache,der Mittheilung der Ideen, der Geselligkeit unter denVölkern. Wäre der Erdball der Atmosphäre beraubt, wieunser Mond, so stellte er sich uns in der Phantasie alseine klanglose Einöde dar.
Das Verhältniß der Stoffe, welche den uns zugäng-lichen Schichten des LuflkreiseS angehören, ist seit demAnfange des neunzehnten Jahrhunderts ein Gegenstandvon Untersuchungen gewesen, an denen Gay-Lussac und