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Geschichte des Seefahrers Ritter Martin Behaim nach den ältesten vorhandenen Urkunden : mit einer genauen Abbildung des Behaim'schen Globus vom Jahr 1492 in zwei Planigloben nach seiner natürlichen Grösse, und drei der ältesten Karten von Amerika / von Friedrich Wilhelm Ghillany; eingeleitet durch eine Abhandlung ueber die ältesten Karten des neuen Continents und den Namen Amerika von Alexander von Humboldt
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16
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teln 2 ); gewiss ist, dass sie zu den älteren Nürnberger Patricierfamilien gehört und dass bereits 1332 ein Albrecht Behairnals Bürgermeister der Stadt erscheint. Seit dieser Zeit ist das Geschlecht der Behairn rathsfähig gewesen und hatviele tüchtige Männer für die Geschäfte des Krieges und Friedens geliefert. Namentlich waren die Behairn auf demGebiete des Handels sehr thätig. Der ehengenannte Albrecht, welcher von 1332 bis 1342 Bürgermeister der Stadtwar und ein Alter von 92 Jahren erreicht hat, wird als ein sehr umsichtiger Kaufmann gerühmt; er führte einensehr ausgebreiteten Handel mit Specereien, die er aus Italien kommen liess. Diesen Handel setzten seine Nachkom-men auf die einträglichste Weise fort 3 ). Doch war der Handel nicht die ausschliessliche Beschäftigung der v. Be-/icwWschen Familie. Schon die damaligen Verhältnisse der Reichsstädte brachten es mit sich, dass Bürger und Raths-herren der Waffenführung kundig sein und die Fehden der Stadt mit ausfechten mussten. Mehrere der Familiewidmeten sich ausschliesslich dem Kriegsdienst. Von einem Konrad Behairn wird berichtet, dass er mit KaiserKonrad IV. nach Sicilien gezogen sei und dort 1252 sein Leben verloren habe; ein Friedrich Behairn war um 1390Deutschordens-Ritter; ein Lucas Behairn , geh. 1537, machte weite Reisen in Europa und in den Morgenländern undbegleitete bei der Krönung des Kaisers Matthias die Reichsinsignien von Nürnberg nach Frankfurt ; sein BruderHieronymus starb auf einer Reise in Constantinopel. Ein Stephan Karl Behairn , geh. 1612, befand sich in Schwe-dischen und Holländischen Kriegsdiensten und starb 1638 in Brasilien ; ein Paulus Behairn Unterzeichnete als ältererBürgermeister von Nürnberg im Jahre 1561 auf dem Congress in Naumburg im Namen der Stadt die bestätigteAugsburger Confession; derselbe war bereits 1552 Kriegsherr der Reichsstadt Nürnberg , ebenso ein Siegmund Fried-rich Behairn , geh. 1686, der als Gesandter der Stadt bei der Krönung Kaiser Karl’s VII. 1742 und Franz I. 1745fungirte und daselbst zum Ritter des Deutschen Reiches geschlagen wurde; er begleitete die Reichsinsignien zu denbeiden Krönungen nach Frankfurt . In den Wissenschaften machte sich ein Johann Siegmund Behairn (starb 1556)bekannt, der die Augsburger Confession in das Polnische übersetzte. Ein Stephan Behairn war 1444 Probst beiSet. Stephan in Bamberg .

Die v. Behaimsche Familie wurde durch Diplom des Kaisers Leopold I., datirt Wien , 13. Mai 1681, in denReichs-Freiherrenstand erhoben; 4 ) in dem Diplome ist auch der Verdienste Martin Behairn's, des Seefahrers, Erwäh-nung gethan. Die Familie besteht gegenwärtig in zwei Stammhaltern, den Freiherren Friederich und Karl, vondenen der Erstere als Familienältester von seinen Renten in Nürnberg lebt, der Andere die Stelle eines Rittmeistersbei einem Bayerischen Cavallerieregiment in Ansbach bekleidet.

städtische Verwaltung in einer Zeit, wo ja Alles erblich war, in ihrerFamilie nach und nach erblich machten und von den Kaisern ihrerAemter und ihres Einflusses wegen, vielleicht einmal insgesammt, wiedie Familien gerade im Käthe sassen, Adelsrechte erhielten, ohne dassdarüber den Einzelnen besondere Adelsbriefe ausgestellt worden wären.Dies ist der wahrscheinlichste Ursprung des sogenannten Stadtadelsoder Patriciats. Die städtischen Geschlechter bemühen sich zwar,nachzuweisen, dass sie bereits als Adelige in die Städte gezogen unddort nie bürgerliche Gewerbe getrieben, sondern nur von ihren Rentengelebt hätten; allein schon die alte Opposition des Landadels, diePatricier als ebenbürtig anzuerhennen, wäre Beweises genug, dass Demnicht so gewesen, wenn nicht noch ausserdem Hunderte von Urkundenzeigten, dass die Patricier eben durch den Handel angesehen und reichgeworden seien und erst auf einen derartigen Erwerb verzichteten, alsman ihnen im 17. und 18. Jahrhundert von Seiten des Landadelsdenselben unablässig zum Vorwurf machte. Man mag billig fragen,gehörte w eniger Verstand dazu und ist es weniger ehrenvoll, Handels-geschäfte, als Feldbau zu treiben? Denn der Deutsche unbemittelteLandadel pflügte in alter Zeit ebensowohl sein Feld selbst, wie nochheute der Spanische und Polnische, nach dem uralten Sprichwort: »EinEdelmann mag vor Mittage zu Acker gehen und Nachmittags imTurnier reiten.* Die Deutschen Kaiser, von deren Ausspruch ja derAdel allein abhing, ehrten im Gegentheil die Kunst- und Gewerbe-thätigkeit der Städte; in den Städten fanden sie ihre kräftigsten Stützen,und wenn sie den Magistraten der Städte Adelsrechte gaben: warumsollte dieser Adel weniger Werth haben, als der, welchen sie Leutenertheilten, die einen Feind erschlugen, oder die sich mit den Küchen-,Keller-, Jagd- und Kammerdiensten der Fürsten beschäftigten? DieZeiten solcher Vorurtheile sind vorüber. Man findet keinen besonderenAdel mehr darin, Nichts zu treiben, als das Kriegshandwerk, und Nichts

zu verstehen, als d’rein zu schlagen. Was in den Augen des früherenAdels für die Patricier ein Vorwurf war, die Rührigkeit in Handels-geschäften, das gereicht ihnen nach den besseren Ansichten der heutigenWelt zur Ehre.

*2) Die Nürnberger Patricierfamilien führen in der Regel ihrenAdel auf das Jahr 1197 zurück. In diesem Jahre habe Kaiser HeinrichVI. zu Nürnberg ein grosses Turnier gehalten, worauf sich die erstenNürnberger Familien sehr hervorgethan, auch den Kaiser prächtigbewirthet hätten. Als hierauf angesehene Mitglieder dieser Familienden Kaiser bei seiner Abreise nach Sicilien bis Donauwörth begleitet,seyen sie dort von ihm in den Adelstand erhoben worden. Allein dieAechtheit dieses Turniers ist vielfach angegriffen worden, hauptsächlichaus dem Grunde, weil sich Kaiser Heinrich VI. damals in Italien befand, auch am 28. Sept. 1197 in Italien gestorben ist, und man weiterkeine Nachricht über dieses Tournier findet, als eine dem NürnbergerSenat von Rüxner, dem bekannten Verfasser des Turnierbuches,gewidmete Abhandlung aus dem ersten Viertel des 16. Jahrhunderts.Man möge hierüber vergleichen Siebenkees , Materialien zur Nürnb.Geschichte Band I. Stück 1, und Lochner's Nürnb. Jahrbücher pag. 78.

3) Roth, Geschichte des Nürnberger Handels I. Band. pag. 51.Ein Michael II . Behairn, geb. 1373, baute eine Pulvermühle zu Röthen-bach bei Nürnberg und machte das Schiesspulver zu seinem Handels-gegenstand.

4) Seitdem führt sie ein in 4 Felder getheiltes Wappen und denkaiserlichen Doppeladler in der Mitte. Von den 4 Feldern zeigen 2den schwarzen Bach, 2 eine schwarze Mauer in roth -weissem Grunde.Diese Mauer schreibt sich von einer ausgestorbenen katholischen Linieder Behairn her, die in Bayern lebte.