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König Johann II. starb am 25. Okt. 1495 5 unter seinem Nachfolger König Manuel scheint Behaim , wie esso oft bei Regentenwechseln geht, seine Stellung am Portugiesischen Hofe verloren zu haben. Wir können Dies auseinem Briefe seines Bruders Michael (vom 12. Nov. 1518) schliessen (Urkunde XVI). Martin Behaim’s Sohn willsich um eine Portugiesische Hofcharge bewerben. Sein Oheim Michael bemerkt darüber in einem Briefe an denFactor Pock in Lissabon , wenn Martin eine Stelle bei Hof suche und werde alt, so werde er dort wenig mehrgeachtet sein : denn es sei ein allgemeines Sprichwort: Herrendienst erbt nicht. „Sein Vater seliger, der ist in derJugend bei dem alten König sehr angenehm gewesen: wie sich seine Sachen im Alter geendet haben, dess mögetihr mehr Wissen tragen, als ich.“ In eigentlicher Ungnade aber scheint er bei dem neuen König Manuel nichtgewesen zu sein; wenigstens hatte dieser König, wie Pigafetta in der oben angeführten Stelle berichtet, eineKarte von ßehairn in seinem Zimmer hängen, auf welcher die später so genannte Mageliansstrasse angezeigt war.Mit der eben angeführten Bemerkung des Nürnberger Oheims ist zu vergleichen eine Aeusserung in einem Briefedes Factors Pock. Michael Behaim nämlich schreibt im Dezember 1518, lange nach Martin Behaim’s Tode, demFactor Pock, der Sohn des Martin möge Sorge tragen, dass dem Arnold Nies die 15 goldenen Crusaden bezahltwürden, die sein Vater Martin bei seinem Tode schuldig geblieben (Urk. XVII). Pock versteht diesen Auftrag falsch,nämlich so, wie wenn Nies dem Behaim das Geld schuldete und er dasselbe von den Relicten des Nies eintreibensollte (Urk. XVIII). Er legt sich mit dem jungen Martin Behaim auf Erkundigung, bringt aber bei den Testaments-executoren des Nies in Erfahrung, dass Nies wohl schwerlich dem Behaim schuldig gewesen; denn Behaim seivor Nies im Spital gestorben und in „fast grosser Armuth“; Behaim würde das Geld nicht uneingezogen gelassenhaben. Auf seiner Insel konnte es ihm an dem Nothwendigen nicht gebrechen; denn die Statthalterschaft aufSeiten der Familie seiner Frau gab dieser Familie dort viele Vorrechte, wie die Verleihung von Grund und Boden,das alleinige Recht, Mühlen anzulegen, das Hutrecht auf der ganzen Insel u. s. f., Rechte, deren Ausübung Mittelgenug an die Hand gab, auch Behaim und seine Familie zu beschäftigen und zu versorgen. Aber Behaim scheintsich mehr dem unstäten Seeleben und den Entdeckungsreisen hingegeben und dabei nicht nur Nichts erworben, son-dern sein Vermögen zugesetzt zu haben. Auf diese Weise wird es wohl erklärlich, dass er bei seinem wiederholtenAufenthalt in Lissabon , als er vom Hofe nach Johann II. Tod keine Pension mehr bezog, sich öfters in Geldver-legenheit befand.
Was dieses Spital anlangt, so ist es wahrscheinlich das Deutsche , sogenannte Bartholomäus-Spital gewesen,welches die Deutschen Bombardiere, die in des Königs Johann II. Sold standen, gegründet hatten. Die Deutschen Artilleristen waren in jener Zeit die angesehensten in Europa. Sie bildeten in Portugal ein sehr geachtetes Corps,das viele Vorrechte genoss und unter dem directen Befehl des Königs stand. Fundirt wurde dieses Spital durch denNachlass darin Verstorbener, die keine nächsten Erben hatten, und durch die bei der Entscheidung von Streitigkei-ten zwischen Deutschen ausgesprochenen Strafgelder. c ) Später wurde dasselbe mit dem grossen Allerheiligenspitalevereinigt. Die damals von den Deutschen Bombardieren gegründete Bartholomäuskassa besteht jetzt noch in Lissabon .Uebrigens war es gewiss nur Krankheit und nicht pecuniäre Hülflosigkeit, was Behaim in dieses Spital brachte;denn w ar er auch augenscheinlich in seinen Vermögensvex-hältnissen sehr zurückgekommen, so hätten ihn doch sein BruderWolfgang, der sich damals in Lissabon in der Hirschvogel’sclien Handlung aufhielt, und die Nürnberger Verwandtennicht ohne alle Mittel gelassen. Da er in Lissabon als ein einzelner Mann lebte nnd seine Familie weit entferntwar, so hat er ohne Zweifel, wie die Deutschen in Lissabon überhaupt, bei eingetretener Krankheit Hülfe im Spitalgesucht. Behaim starb in diesem Spitale und wurde nach Urkunde XVIII. in der Dominicanerkirche begraben, der-selben, wo auch sein Bruder Wolfgang und ein anderer Nürnberger, Paul v. Imhof, bestattet wurden. Die Fla-mänder und Deutschen, denen das Klima von Portugal keineswegs günstig war, (sie erlagen häufig dem Fieber),hatten in dieser Kirche eine besondere Kapelle, worüber Deutsche Vorstände die Aufsicht führten. Die Deutschen Kaufleute in Lissabon mussten von den Waaren, die sie versandten oder empfingen, eine kleine Steuer für den Un-terhalt dieser Capelle abgeben, die von ihnen ausser der Zeit des Gottesdienstes auch zu kaufmännischen Versamm-lungen benützt wurde. 7 )
Es bleibt nun unsern Muthmassungen überlassen, wne Behaim die Jahre von 1494 bis 1506, welche so reichan Expeditionen nach Westen und Osten waren, zugebracht habe, ob er an einer oder an mehren derselben Theil
als der Entdecker der Insel S. Jago (im Jahre 14f>3) namhaft ge-macht. Diese Entdeckung schreibt sich freilich auch Ca da Mosto zu;allein es wäre wohl möglich, dass Mehre um dieselbe Zeit die näm-liche Insel gesehen hätten. Diogo Gomez war Hofcavalier undwurde am 17. Dez. 1440 von AI phons V., der ihn seinen Almoxa-rife zu Cintra nennt, mit einem Gute im Gebirge von Cintra belehnt.
(Vrgl. die angeführte Abhandl. von Dr. Schmeller in den Abhand-lungen der Münchener Akademie p. 70).
6 ) Vrgl. Kunstmann: die Deutschen in Portugal . Ergänzungs-blätter der Allg. Zeitung. Oktoberheft 1847.
7 ) Kunstmann; Die Deutschen in Portugal . Oktoberheft der Er-gänzungsblätter zur Allg. Zeitung. 1847.