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Beiträge zur bildenden Gartenkunst für angehende Gartenkünstler und Gartenliebhaber / von F.L. v. Sckell
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Laurentinum, die Rede ist, hat doch auch ihre Vorzügeund sollte daher nie ganz beseitiget werden.

Die majestätischen Alleen, wenn sie iin Geiste deSLe Notre nach großen Verhältnissen, bei ausgedehntenStädten, als öffentliche Volkspromenaden aufgestelltwerden, wo sie mir geraden Bau - Linien in eine passend»Verbindung treten, oder als Auffahrten z» Pallästendienen (wie späterhin noch mehr darüber gesagt wer«den wird), gewähren nicht allein einen imposantenAnblick von hoher Pracht und Luxus, sondern sie ge-hören auch mit unter jene wohlthätigen Anstalten, wel-che die Bewohner zur Bewegung und zum gesellschaft-lichen Umgänge einladen.

In solchen breiten Alleen können sich die Lustwand-ler in langen, bunten Reihen zahlreich bewegen, ohnedaß sie sich (wie es bey den schlangenförmigen Wegengewöhnlich der Fall ist) jeden Augenblick dem Aug»entziehen und den scheinbaren Mangel an Menschenveranlasse». *)

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Auch findet die alte regelmäßige Gartenkunst ihreunausweichliche Anwendung in den botanischen Garten,

*) Solche öffentliche Promenaden nach geraden Alleen anzu-legen, ist eben keine so leichte Aufgabe, welches auch dievielen kleinlichten Erscheiinnigen in den neuern Zeiten,verglichen mit jenen Allee-Anlagen des Le Notre unter'Ludwig dem XIV. oder mit der Auffahrt zum konigl.Somnieraufentbalte Nvmpbenbnrg, u. a. m- hinlänglichbeweisen, und worüber auch in der Folge noch mehr ge-sagt werden soll.

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