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in den Baumschulen, in den Blumen-, Küchen - und Baum-gärten.
Für solche Anlagen können nur reguläre Formenangewendet werden, weil nur diese ihrem Zwecke ammeisten entsprechen.
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Uebrigens ist eS kaum zu begreife», wie ein solcherGarteugeschmack, der zugleich auch so viele kleinliche undwidernatürliche Forme» aufstellte, Jahrhunderte hindurchbefolgt und bewundert werden konnte. Wie war eSdoch den gebildeten Menschen möglich, diesen künstlichenGarten, beim Vergleich mit der Natur, der sie doch imGrunde am nächsten angehörten, so lauge zu huldigenund ihnen Beifall zu schenken!
Welchen widrigen Eindruck mußten nicht die wider-sinnig geschnirkelten Dur-Parterre«, die wie Mauerngeschnittene Hagen mit den verstümmelten Bäumen,denen die Scheere nie vergönnte, ihre Blüthen hervorzu-dringen, im Vergleich mit jenen Bäumen erwecken, diesich ihres freyen Wuchses und der Entwicklung ihrerschbnen, malerischen Formen, ihrer Blüthe» und Früchtenerfreuen durften.
„Der Baum mußte seine organische Natur verber,„gen, damit die Kunst in seiner gemeinen Körper-Na-„tur ihre Macht beweisen konnte. Er mußte sein schb-„neS selbstständigeS Leben für ein geistloses Eben»„maaß, und seinen leichten schwebenden Wuchs, für„einen Anschein von Festigkeit hingeben, wie daS Aug«„sie von steinernen Mauer» verlangt."
Schiller.