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suchen würde. Dann laßt sie wieder andere in magern,oder feuchten Orten, andere auf Felsen, oder in ihrenKlüften, oder gar auf Pflanzen selbst leben. So ver-fährt die Natur und so müssen auch die verfahren, diesie nachahmen wollen.
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Auch mit ihren unorganischen Formen geht sie fastauf die nämliche Weise zu Werke. Sie erhebet unge,heure Bergmassen; sie versenket schauervolle Abgründe,deren Anblick der Mensch kaum erträgt; sie bildet Ebe-nen von einer unermeßlichen Ausdehnung; Thäler, wo daSmenschliche Auge ihr Ende zu erreichen nicht vermö-gend ist; unübersehbare Meere und Seen, mit Strö-men, die sich von hohen Bergen, gleichsam wie aus denWolken herabstürzen und in der Luft zerstäuben. Allediese kühnen Riesenwerke der großen göttlichen Schöpf-ung liegen aber nicht mehr im Gebiete der nachah-menden Gartenkunst. Sie können nur da, wo sie dieNatur erzeugte, von der Kunst dankbar benützt, mit ih-ren kleinern mildern Schöpfungen gepaaret, oder zur ma-lerischen Ferne und in harmonischer Verbindung mitden Garten-Scenen angewendet werden.
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Allein die Natur tritt nicht immer mit so mächtigen,kraftvollen Massen und Umrissen hervor. Ihre höchstenGebrige gehen auch wieder in minder hohe, und so stuf-fcnweise bis zu den allerkleinsten Hügeln über, welchesie durch fortlaufende Wellenlinien so harmonisch ver-bindet, daß keine sichtbare Scheidungslinie wahrgenom-men werden kann.
Eben so verfahrt die Natnr mit ihren Thälern,