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Beiträge zur bildenden Gartenkunst für angehende Gartenkünstler und Gartenliebhaber / von F.L. v. Sckell
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feinen Gärten geben kann; daß eS nicht in seiner Machtliege, jene kühnen Formen der Natur, ihre fürchterlichenSchlünde, ihre überhängenden Felsenwände, die dieSchritte des Wanderers verdoppeln, ihre Meilen langeSeen und Cataracten :c. durch Nachahmung, wie auchschon gesagt wurde, zu erreichen.

Von solchen Krafterzeugungen der Natur könnteder Mensch höchstens ein künstliches Modell liefern,welches aber weder tauschen, noch den allergeringstenSchauer erregen würde.

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Die Kunst sollte also ihren Strömen in den Gär-ten nur 52 bis 80 Fuß Breite geben; ihre Seen solltesie nur bis auf 22 oder zo Tagwerke groß, ( das Tag-werk, oder Morgen zu 42,200 Schuhen gerechnet,)ausdehnen. Beide Gegenstände würden nach diesenVerhältnissen nicht zu klein hervorgehen, umso weniger,wenn die Kunst weiß, sie durch Täuschung noch größer,als sie wirklich sind, erscheinen zu machen.

8 .

Uebrigeus sollte man keinen See anwenden, wenndiesem nicht wenigstens 18 Tagwerk Wasserfläche ange-wiesen werden können, oder sich, im andern Fall, miteinem Teiche begnügen, der dem ersten am nächstenkömmt und keinen so großen Wasserspiegel erfordert.Rieselnde Bäche, die unter Gemurmel durch Wälder undHaine eilen; die sich bald den Wegen nähern und dannwieder iu'S feyerliche Dunkel zurücktreten; Bäche, die un-ter Felsen-Massen hervorrauschcn, und dann ruhig undstille dahin gleiten, bis das liebliche Thal sie dankbar