Die Grotte selbst füllet eine feyerliche Dämmerung,und eine tiefe Stille umgiebr die sanftschlafende Nym-phe, welche auch der empfindsame Wanderer durch keinenLaut störet, sondern leise und gewiß nicht ohne Rührungwieder verlaßt. Mehrere Skuffen führen dann aus die-ser Grotte auf eine Anhdhc; bey der letzten Stufebricht der volle Tag herein und der Lustwandler wirddurch den Anblick eines Sees und einer reizenden Land-schaft angenehm überrascht. Zur Ausführung solcherNaturwunder, unter die man allerdings die Grottenrechnen kann, und wenn sie auch in einem noch so klei-nen Maßstabe gebildet werden, wird dennoch ei» sehrerfahrner Künstler erfordert, der ähnliche Narurwerkedfler gesehen und genau beobachtet hat, wie die Naturdabei zu Werke geht.
Unter die wesentlichen Naturgrotten und Felsen-Höhlen mögen folgende zu rechnen seyn, nämlich:
Die Fingalshöhle in Schottland , die Okeyhbhle inEngland, die St. Georghbhle in Gibraltar , die Bau-mannshbhle im Harz , die Rosenmüllcrs Höhle im Main -kreise von Daiern, die Beatus Höhle in der Schweiz ,die Grotte Antiparos in der Levante , die Grotte Posilip-po in Italien , mit der Hundsgrvtte (wo die Ausdün-stung den Hunden gefährlich seyn soll). Unter dieseseltenen Naturerzeugungen darf aber auch, und mitRecht, das sogenannte Felsentheater zu Hellcbrunn imSalzburgischen gerechnet werden.
Die innern Theile der eigentlichen Grotten unter-scheiden sich von den Felsenhöhlen dadurch, daß sie mei-stens aus verschiedenen Kristallisationen und Petrifika«tivnen, aus Stalactite* (Tropfsteinen) aus Basalt, wir