I
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IV.
Standorte der Tempel.
i.
Es ist auch nicht gleichgültig, welche Lagen undStandpunkte diese Tempel in den Gärten einnehmen,wenigstens sollte man in erster Hinsicht den Alten fol-gen, und sie, wo es seyn kann, vorzüglich nach Son-nenaufgang errichten.
2.
Wenn den sch'onen, zarten und liebevollen Wesen,dem Amor, der Psyche, oder der Venus Tempel errich-tet werden, so dürfen sie nicht in düstern Wäldern,noch an schauerlichen, lieblosen Orten erbaut werden.Sie sollten die anmuthigsten und reizensten Lagen inden Gärten, und da, wo die Natur in ihrer schönstenGestalt mir Blumen und blühenden Gesträuchen ge-schmückt erscheint; wo leise murmelnde Bäche die Vd,gel um sie her einladen, daß sie die der Liebe geweihteGegend besingen und beleben helfen, einnehmen. Auchdie Grazien und die Flora verlangen, daß ihre Tem-pel,an solchen Orten errichtet werden, wo sie von ih-ren schönen Kindern, den Blumen, umgeben werdenkönnen.