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Beiträge zur bildenden Gartenkunst für angehende Gartenkünstler und Gartenliebhaber / von F.L. v. Sckell
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zu haben, während die Zerstörungen vom eigentlichenGesichtspunkt aus gesehen, in's Kleinliche fallen und nichtden geringsten Effekt gewähren. Davon hat mich dieErfahrung beim Erbauen der Ruinen im Garten zuSchwetzingen und vorzüglich beim Tempel des Mer-kurs, dessen Ausführung ich selbst geleitet habe, voll-kommen überzeugt. Die Flächen der durch den Schle-gel hervorgebrachten Brüche rc. können durch einen altenFarbeton, den man gleichsam zufällig auf sie hinspritzr,mir den übrigen dem Ruin zn gebenden Tönen desAlterthums, in Harmonie gesetzt werde».

io.

Die Lagen der Ruinen sollten gewöhnlich in fernenGegenden der Parks, vorzüglich auf Anhöhen und dagewählt werden, wo sich die Natur in ihrem ernstlichenfeierlichen Charakter zeiget; wo Einsamkeit und schauer-liche Stille wohnet; wo die ungesehene Aeolsharfe er-tönet, wo dunkle Gebüsche in ungetrennten Massen fastalle Zugänge unmdglch machen; wo der alte Ahorn, diebejahrte Eiche zwischen den bemoosten Mauern stolz em-porsteigen und ihr Alterthum beurkunden: da könnensich solche traurige Reste aus langst verschwundenen Jahr-hunderten schicklich erheben und der Täuschung nähertreten.

ri.

Breite, gangbare, schön gezeichnete Wege dürfennicht zu Ruinen fuhren ; denn sie würden mit diesen un-bewohnten und schon längst ausgestorbenen Wohnungenin Widerspruch stehen. Schmale Fußwege, die sich aufUmwegen durch Gebüsche winden und mit 'einiger Be-