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Erster Theil. Die Kunst, das Gewässer zu denen verschiedentlichen Nothwendigkeiten des menschlichen Lebens zu leiten, in die Höhe zu bringen, und vortheilhaftig anzuwenden.
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man in deren Mit-te einen Ruhe-atz. n

Man begleitet die

44 Waſſer⸗Bau⸗Kunſt. Vierdtes Buch.

dadurch die Augen um ſo mehrere Abwechſelung antreffen. Das von oben herabfllende Gewaͤſſer, wird in einem Baſſin aufgefangen, das auf kaum gedachten Ruhe-Plaß ſelbſt angeordnet iſt, und kan von daraus alsdann weiter geleitet werden, nemlich in beſonders hierzu angelegten Rohren, damit dadurch noch uͤberdem auch an denuntern Theil der Caſcade, ſowohl in dem groſſen Balſin ſelbſt, als auch in denen bkgen, die man auf beyden mit dieſen auf einer Linie weg anlegen moͤchte, ſchoͤne aſer⸗Strahle angebracht werden koͤnnen. Wann nun dieſe Waſſer⸗Strahlen gannahe aneinander ſtehen, ſo nennet man ſie(bey denen Frantzoſen) Grilles oder Cie,ges d eau. Und da ich hier vorausſetze, daß alles das Waſſers, womit der RuhePlatz oder Abſatz verſehen, aus dem oben befindlichen Sammel⸗Behaͤlter oder Reſelvoir herkomme; ſo verſehen alſo zugleich auch die Waſſer⸗Faͤlle, die von dem oberl

Caſcaden⸗Abſatz herkommen, den untern angeordneten Abſatz, oder das Waſſer fl“

tzet ſich von einem Abſatz auf den andern herunter. 5F. 1446. Um nun auch noch eine Caſcade von oben bis unten mit noch etwa

Caſcaden mit ei zu begleiten, damit ſie ſich zu beyden Seiten auf eine angenehme Art endige; ſo ordner groſſen Anzahl net man daſelbſt zwey Reyhen kleiner Baſſins von Marmor an, um mit Huff dere

kleiner Waſſer-Strahle. he

Der beſte Ort zudenen Caſcaden.

ſelben das oberſte derer beyden ſchraͤg ablauffenden Seiten⸗Mauern, von denen 0allbereit gemeldet, daß ſie gleichſam die Stelle derer Seiten⸗Balcken einer Trepßvertreten, zu beſetzen. In der Mitte eines jeden Balßns befindet ſich ein Waſſe-Strahl, deſſen Waſſer in eben dem Maaß, wie es zuruckfaͤllt, in einer Roͤhre wei rfortlauft, die es dahin leitet, da es wieder einen Waſſer⸗Strahl formiren ſoll,“

daraus es dann noch weiter geleitet und von neuen in die Hoͤhe getrieben wird: de 1es iſt und bleibet immer das nemliche Waſſer, das immer von neuen aufgefangen w 6und ſpringend wieder hervorkommt. Ich verſtehe die Sache nemlich alſo, daß 1denen beyden Reyhen Balfins, die man oberhalb denen beyden ſchraͤg aufeSeiten⸗Mauern angeordnet, das in dem erſten Baſſin ſich befindliche Waſſer, welchBaſſin ſich alſo gantz zu oberſt auf der Calcade befindet, in einer hierzu angeordnanRoͤhre weiter laufft, und alsdann den Waſſer⸗Strahl des dritten Bafſins formü

von daraus in das fuͤnfte Baſlin gelanget, und ſo weiter, nach denen ungeraden 1

len 1, 3,. 7,9, c. Auf ſolche Art waͤr nun die eine Reihe, von dem erſten Be 1aus, eingerichtet. Was aber die andere anbelangt, ſo giebt das Waſſer im weitBaſſin, abermahlen wieder einen Strahl im vierdten Balfin, von dar laͤuft es in b.ſechſte, aus dieſen abermalen in das achte, nach denen geraden Zahlen 2,4, 6, 8, 10, 1Auf ſolche Art ſeynd nicht mehr als 2. Roͤhren vorhanden, die von dem oberſten Belausgehen, und auf beyden Seiten⸗Mauern den erſten und andern Waſſer⸗ Sieformiren: Und eben dieſes Waſſer wird immer von neuen wieder genutzet, um

nachfolgenden Waſſer⸗Strahle damit zu unterhalten, und wann auch deren lenwaͤren. Daß man das Waſſer aus dem erſten Balſin in das dritte, und dagen

aus dem zweyten, in das vierdte lauffen laͤſſet, geſchiehet blos aus dieſer Urſach/ ugin dieſen Balſins ein um ſo hoͤher ſpringendes Gewaͤſſer zu gewinnen g W 16 590

zum Ex., bey dieſen Ballins nur eines um das andere nicht mehr als drey Fußlage, ſo wuͤrden ſolchenfalls die Waſſer⸗Strahle nur ohngefehr drey Fuß bhergegen, wann der dritte Waſſer⸗Strahl, von dem erſten Baſnn aus, unter 0 11501 derſelbe eine Hoͤhe von ohngefehr 6. Fuſſen erhaͤlt, und ſo auch mit belleuͤbrigen. a 0F. 1447. Neben dieſe Baſſins ſtellet man Blumen⸗Toͤpffe und groſſe 0000von Marmor oder Bronze, und zur rechten und lincken Seite der Caleade ſegtſteinerne Treppen oder nur ſchlechtweg Auffahrten von Waſen an. Was den 0ſelbſt anbelangt, wo am fuͤglichſten Caſcaden anzulegen, ſo iſt keine Situation geſchter darzu, als ein Gehoͤltze. Die Gruͤne derer Baume und des Waſens, die 1zierung mit Figuren und Gefaͤſen, und die Weiſſe des Gewaͤſſers verurſachel her-ſchoͤne Vermiſchung und verſchaffen denen Augen den angenehmſten Anblick. endem werden auch gemeiniglich die groſſen Caſcaden blos deshalben angeleget, um Ohe,jenigen Uebelſtand dadurch zu verbeſſern, ſo von einem Huͤgel oder von einer Al 1die zugleich auch mit verhindert, daß man nach dieſer Seite zu nicht weiter mehu chFeld hinaus ſehen kan, verurſachet wird. Und eine ſolche Anhoͤhe kan auch Ginichts beſſers als durch ein Gehoͤltze oecupiret werden, welches, indeme es Jaceund Schatten macht, zu ſo viel angenehmerer Auszierung des Gartens ein mercibeytraͤgt. Deßhalben pflegt man auch ſolche Herter und Gelegenheiten ausdri

mit Baͤumen zu bepflantzen, wann von Natur keine daſelbſt vorhanden ſeynd. chr al

Man leget auch andere und zwar kleinere Calcaden an andern Orten me) nals z. Er. in denen Nichen oder Blinden der Buſch⸗Wänden oder eines Kalghesoder Bind⸗Wercks, desgleichen auch in der Mitte der Wand des Ruhe Peer

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