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Erster Theil. Die Kunst, das Gewässer zu denen verschiedentlichen Nothwendigkeiten des menschlichen Lebens zu leiten, in die Höhe zu bringen, und vortheilhaftig anzuwenden.
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einer doppelten Frey⸗Treppe, oder an dem oberſten oder Haupt⸗Theil eines Waſſer-tucks 115 5 5 1 Pracht begleitet man ſie mit Muſchel⸗ und Felſen-Werck, Congelationen und dergleichen, verzieret ſie auch anbey mit vielerley Figu-ren, die ſich zum Waſſer ſchicken, als mit Fluͤſſen, Tritons(See⸗Goͤttern) Fluß-Göttinnen, 5 Drachen, Delphins, See⸗ Pferden und der-gleichen aus deren Rachen und Naſen⸗Löchern man Waſſer ausſpeyen läſſet.8§. 1448. Die ſchoͤnſten Stuͤcke, die ſich auch noch zum Waſſer ſchicken, ſeynd Beſchreiung desdie Triumph ⸗Boͤgen und die Theater. Sie werden von Marmor oder kuͤnſtlich rer Triumph Boͤ-verbundenen Latten⸗Werck angeordnet, und man formiret ſie auf gar unterſchiedliche gen 1ten, wie ſichs am beſten zu einer ar chitectoniſchen Decoration ſchicken will, beglei⸗ Pyramiden.tet ſie anbey mit halb erhabener Arbeit, Schaalen, Gefaͤſſen, mit Girandoles und Wand-euchtern von vergoldeten Bronze. Zu Verſailles befinden ſich zwey Stuͤck von dieſerart, die von einem auſſerordentlichen Gol ſeynd. Nahe bey der Waſſer⸗Allèe be-ſndet ſich ein Triumph⸗Bogen, welches eines von denen verwunderungs⸗wuͤrdigſtentuͤcken iſt, die in dieſem bezaubernden Garten befindlich ſeynd. Wann die Waſſerpingen, ſolte man glauben, man ſehe einen Pallaſt von Cryſtall, der mit allenemjenigen ausgezieret, was nur die Kunſt und Magnificenge am herlichſten und vor-deeflichſten darbieten koͤnnen. Zwey ſehr prächtige Waſſer⸗Threſor und 4. Waſſer-zhkamiden, welche auf diejenige Art eingerichtet ſeynd, wie diejenigen, die auf demerſten Kupffer⸗Blatte verzeichnet zu ſehen, zieren die zwey Seiten eines Buſchwercksoder Boſcuets, in deſſen innerm Theile ſich verſchiedene Abſaͤtze befinden, die miteinem erhoͤheten Gang zuſtimmen, mit welchem abermal eine architectoniſche Deco-dation correſpondiret, die ich mich gar nicht unterſtehe zu beſchreiben, weilen ver-ichert bin, daß dannoch nur einen ſehr unvollkommenen Begrif von derſelben wuͤrde 8mittheilen koͤnnen. Was aber die Waſſer⸗Pyramiden anbelangt, davon will ich inur ſo viel gedencken, daß nemlich inwendig laͤngſt ihren 4. Ecken, verſchiedene Roͤh-ren hinauf lauffen, die hernach oben ihr Waſſer auf vergoldete bleyerne Platten er-gieſſen, welche bey jedem Spriſſel angebracht ſeynd, da dann auf ſolche Art eben ſoviele Waſſer⸗Faͤlle entſtehen, die ſich waͤhrendem Herabfallen miteinander vereinbahren.§. 1449. Was die Waſſer⸗Theater anbelangt; ſo iſt dergleichen eines zu Beschreibung de-Verſailles zu ſehen, neben demjenigen Waſſer⸗Stuͤck, das der Moraſt(le Marais) rer Waſſer Theagenennet wird, nahe bey der Fontaine de Cerès. Die Figur deſſelben iſt faſt rund, ter.b ein Theater und Amphitheater angeleget, und wird von Caleaden formiret, wel-e Stuffen⸗ weiß angeordnet, und dahero faſt eben ſo viele Waſſer⸗Boͤgen formiren.Das gantze Stuͤck iſt in Alleen von Ulm⸗VBaͤumen angebracht. Vier Nienen vonain⸗Buͤchen, und zwar eine jede, enthaͤlt eine Pontaine, die mit groſſen Muſchelnbon Marmor gezieret, in denen ſich gekuppelte Kinder von vergoldeten Metall befin-den, welche um demjenigen Waſſer⸗Strahl herumzuflattern ſcheinen, welchen man indem Mittel dererſelben in die Höhe ſteigen ſiehet: was aber noch am vortrefſichſtenlerbey zu bemercken, das ſeynd die Decorationen derer Scenen, welche das Waſſer,feln sg derer gar verſchiedentlichen Arten, nach denen es in die Hoͤhe ſpringet, vor-et. l

. Mian ſiehet auch zu Freſcati ein ſehr ſchoͤnes Waſſer⸗Theater, ſo Ein Waſſer Thea;durch eine Ertel 190 de Nichen vorgeſtellet wird, die in einer archi. ker 95 17 Grot-ectoniſchen Decoration angebracht ſeynd. Das gantze Gebaude iſt mit Felſen⸗Werck 855 1und Stathen ausgefieret, aus denen ſich nach allen Seiten Waſſer ergieſſet. Dieſer e ſey Rom liehe bey Rom befindliche Pallaſt enthalt eine groſſe Anzahl von reichen und raren genden prächtigenStücken in ſich, die insgeſamt von der Beſchaffenheit ſolcher Kunf⸗Stücke ſeynd, Schloſſe befad-von denen wir hier handeln, unter andern ein Grotte, in welcher der Muſen⸗Berg lich.(Parnaffus) eingeſchloſſen, auf welchem man den Apollo und die neun Muſen aufanterſchiedlichen blaſenden Inſtrumenten ſpielend ſiehet, die alle, vermdge der Bewe-8 der Lufft und des Waſſers, ſehr melodieuſe oder wohl klingende Thone von ſich i1451. Eines der allerpraͤchtigſten Stuͤcke, welches ſowol die Natur als du 5Kunſt 5.— Ae Gartens kormiret haben mag, iſt dasje⸗ 1090 1ode, welches in Teutſchland nahe bey Caſſel an einem Schloſſe auf dem Carls⸗Berg ſer⸗ Stücke eines

beſadlich. Dieſes Schloß ſamt dem Garten ſeynd auf der Anhoͤhe eines Berges an⸗ praͤchtigen Gar-

geleget

ces el, von deſſen Gipfel eine gewaltig groſſe Menge Waſſer herniederſteiget, wel; en

nd nahe bey Caſß-

Ves zu dem alerſchoͤnſten Anblick von der Welt Anlaß giebet. ſel legal.

Man hat daſelbſt laͤngſt dem Abhang des Berges verſchiedene ſehr breite Ter-

9 0, 2 5 man 9 und kleine Pavillons angelegt, die mit ei-Per, Bäveriſchen Architectur ausgezieret, und aus Felſen⸗Werck, Congellationen,rificationen und Muſchelwerck von gantz een Farben zuſammen 91 6