Beſchluß und Er-wegenverſchiedener Stü-
zierung derer Gaͤr-
Die Waſſer„ F. 1493. Es iſt bekandt, daß das Waſſer, das in dem einem ArmeStrahle ſteigen umgebogenen Roͤhre herniederfäͤlt, jederzeit in dem andern Arme, auf eine
46 Waſſer⸗Bau⸗Kunſt. Vierdtes Buch.
tzet ſeynd. Von daraus entſpringet eine unzaͤhlige Anzahl von Waſſer⸗Gͤͤſſen. Au
einer von dieſen Lerrallen befindet ſich ein Amphitheater, das mit Statüen ausgezret, die, vermoͤge der ſinnreichen Zuſammenkunft der Lufft und des Waſſers, verſchi-dene muficaliſche Inſtrumente ſpielen. Was aber der meiſten Bewunderung wuͤrdliſt, das ſeynd verſchiedene groſſe und magnitique Caſcaden, laͤngſt denen das Waſſevon einer Perraſſe auf die andere herniederſteiget, die hernachmals halbweges zu 166len Waſſer⸗Stuͤcken von gantz unterſchiedenen Arten Gelegenheit geben, welalles nicht wohl moͤglich zu beſchreiben, noch weniger eines jeden Stuͤcks Inhalt 0beruͤhren, ohne nicht dabey in eine ſehr weitlaͤuftige Beſchreibung zu verfallen, welches jedoch die Kuͤrtze dieſes Capituls nicht erlauben will. fEs iſt mir gar wohl bekandt daß in Europa an verſchiedenen Orten nocheilgroſſe Anzahl uͤberaus praͤchtiger Gaͤrten befindlich, allo die ſpringenden Waſſer mgroſſer Kunſt und Geſchicklichkeit angebracht ſeyÿnd. Weilen aber mein Abſehen nichdahin gerichtet, von allem demjenigen Meldung zu thun, was man vor kostbare 0cke von dieſer Art zu Stand gebracht; ſo will ichs alſo bey denenjenigen Exempeln bi,wenden laſſen, die ich allbereit angefuͤhret habe, weilen ſie mir hinlaͤnglich genugſeyn ſcheinen, denenjenigen ſattſam deutliche Begriffe zu geben, die etwan in delUmſtaͤnden ſeynd, daß ſie ſolche und dergleichen Erfindungen ins Werck ſetzen ſollen.
a F. 1452. In dem vorhergegangenen haben wir uͤberhaupt die ver iedenllichen Manieren nach einander angeführet, nach denen nan ae e derneWaſſer bedienen mag, und weilen, die Waſſer⸗ Falle ausgenommen, alles das 0dere pur auf die verſchiedentlich ausgetheilten Waſſer⸗Strahle ankommt; ſo wil 0dieſe Materien etwas weitläuftiger und umſtaͤndlicher abhandeln, damit man die WIſer⸗Ergieſſung, nach der Quantitat, die zu jedem Umſtand erfordert wird, in fhung der gantzen Menge Waſſer, mit welcher man nach Gefallen dilponiren kann,mag, wohl und genau berechnen koͤnne. Man erinnere ſich hier nur deſſen wichwas wir allbereit angefuͤhret haben, daß nemlich die groſſen Waſſer: Fa 1die von Natur ihren Fall haben, auf jede Lange von einem Schuh, zweWaſſer Jolle zu ihrer Ergieſſung haben muͤſſen. Was die andern Waſſe-Faͤlle anbelangt, die bey Caſcaden, bey den Waſſer⸗chwaͤmmen(ChampignoJeau) und Waſſer⸗Schaalen volkommen weilen ſie mehrentheils von denen uſer⸗Strahlen entſtehen, und dahero auch eben mit ſo gar vielen Waſſer nicht elfehen ſeyn duͤrffen, iſt es ſchon genug, wann ſie auf jeden Fuß oder auf der gange e 0jeden Schuhes, einen einigen Waſſer⸗Soll ergieſſen. Wann wir alſo annehmeldie Circumferen⸗ einer Schaale oder eines GHampignons waͤr 10. Schuhe; ſo mu 1Sache ſo eingerichtet werden, daß der Waſſer Strahl ro. Waſſer⸗Zolle ergieſſen fWann die Lage derer Calcaden ſo beſchaffen, daß ihr Gewaͤſſer, nachdemſeinen Effect gethan, von denenjenigen Balſins qus, in denen es ſich zuſammen ſa 0let, wiederum andere Waſſer⸗Strahle unterhalten kan, die weit niedriger liegen, 0anbey das Terrein auch als ein Amphicheater eingerichtet; ſo kan man dem aWaſſer⸗Fall, auf jede Laͤnge von einem Schuhe mehr denn anderthalb WVaſſer⸗ Jongeben, weilen alsdann ſolchenfalls das obere Baſlin einigermaſſen gleichſam del 90 6meinſchaftliche Sammel⸗Kaſten wird, der allen denen untern Waſſer⸗Strahlen 0Waſſer nuittheilet. Jedoch muß dieſco schlechterdings nur von denenfenigen Fhverſtanden werden, da die Gelegenheit vorhanden, daß der oberſte Gipfel des 0ges gleichſam den Punet oder Haupt⸗Ort abgiebt, von welchem alles andere KußGewaͤſſer ausflieſſet. Uebrigens beruhet es ſchlechterdings auf der Beſchaffenheſt 10rer Oerter, und auf denen Neben⸗AUmſtaͤnden, nach denen man die Sache überlehmuß, wie die Nutzung und Austheilung des Gewvaͤſſers am vortheilhaftigſten uhwerckſtelligen. Will mich alſo hier bey nicht weiter aufhalten, ſondern lieber glaceder Beſchreibung und Erlaͤuterung deſſen wenden, was von denen Waſſer⸗Steaßnothwendig zu wiſſen vor noͤthig erachtet werden moͤchte. 10: eil.17
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ſo Hoͤhe wieder aufwarts ſteiget, ſo lange nemlich das Waſſer in dieſer umgebog 050
daß adde dan Rohre eingeſchloſſen iſt? ſo bald daſselbe aber frey in die Höhe ſteiget, ohne da
mel Kaſten ſtehet.
0von dem andern Arm einer Roͤhre gehalten wird, wie ſolches an denen WaStrahlen vorfaͤllt; alſobald verhindert der Widerſtand h und die 105Schwere des Waſſers, welches auf dasfenige wieder zuruͤck fallt, das unmitle 1aus der Buß⸗ Mündung heraus faͤhret, daß das ſteigende Waſſer die Hohe des Chemel⸗Kaſtens nicht erreichen kan, aus welchem es auslaͤuft. Auf eine je groͤſſer⸗ 1710nun ein Waſſer⸗ Strahl in die Hoͤhe ſteiget, je mehr Lufft⸗Theilgen er auch anti zi