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Erster Theil. Die Kunst, das Gewässer zu denen verschiedentlichen Nothwendigkeiten des menschlichen Lebens zu leiten, in die Höhe zu bringen, und vortheilhaftig anzuwenden.
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3 Waſſer⸗Bau⸗Kunſt. Vierdtes Buch.

an demſelben: mit einem Wort, es ſeynd Waſſer⸗Quellen und darbey auch zugleichQuellen zu Proceſſen, Zanck und Strittigkeiten. g

Falls man alles zu nutzen weiß, kan man auch neben dieſer Alachine odeWaſſer⸗Kunſt eine Korn⸗Müͤhle anbauen und ſo anordnen, daß ein einiges WaſſerRad zugleich und auf einmal den Muͤhlſtein und zwey Stieffel miteinander treibenmuß, falls nemlich der Fluß oder Strohm ſtarck genug iſt. Will ſichs aber nichtanders thun laſſen, ſo iſts wohl am deſten, wann man den Tag uber den Muͤhlſteil,und des Nachts nur die Stieffel arbeiten laͤſet, worzu allerdings ein Sammel⸗Kaſten erfordert wird, der groß genug iſt, damit auf ſo und ſo viel Stunden ſo viWaſſer in demſelben verbleibe, als man noͤthig hat, die Spring⸗Brunnen damhinlänglich zu unterhalten. Wie eine ſolche Vachine ſelbſt behörig einzurichten undzu erbauen, davon mag ich hier weiter nichts anfuͤhren, maſſen in dem dritten Buche dergleichen von allerhand Arten anzutreffen ſeynd; ich uͤberlaſſe ſolches der Klüh,heit und Vorſicht dererjenigen, zu denen man das Vertrauen hat, daß ſie dergleichen Wercke wohl auszufuͤhren vermoͤgen: dieſe werden ſchon ſelbſt das Beſte 5zuwaͤhlen wiſſen, was ſich in ſolchen Fallen nach Beſchaffenheit der Lage der Orte öund nach Proportion derer Gelder, die man darauf zu wenden geſonnen, am vortkah-

lichſten darzu ſchicken moͤchte.

Von denen groſ-

ſen Waſſer⸗Reſer-voirs oder Samel-

Kaͤſten, die allesdas Waſſer in ſichenthalten, dasüberhaupt zur ier,de eines Gartens

ſeoll ausgetheiletwerden.

Laͤge etwan das Schloß in einer Ebene, und waͤr ſonſt nichts vorhanden, ablos nur ein Bach oder eine ſonſt ziemlich reiche Quelle; ſo halte ich dieſes vor 1beſte Mittel, das man in ſolchem Fall ergreiffen koͤnte, eine Machine zu erbauen, 91durch ein Pferd beweget wird, und zwar auf eben die Art, wie die Machine qu e,S. Pierre eingerichtet, deren wir im 988, 9. Meldung gethan. Die an fal 40chine befindlichen Pump⸗Wercke aber muͤßten vornemlich beſſer und vortheil aftig,eingerichtet werden, in allen Stuͤcken denenjenigen Lehren und Verbeſſerungen genfdie ich in dieſem Werck angegeben habe. N b

Lage aber das Schloß auf einer Anhoͤhe; ſo kan man eine oder auch mehreMachinen anlegen, die durch den Wind beweget werden, und die auf ſolche Art de,Waſſer auf eine gefaͤllige Hoͤhe hinauf treiben, es ſey nun, man nehme das Wasaus einer Quelle oder aus einem Brunnen, wie man dergleichen in denen Gegend fum Pariß herum genugſam antrifft. Es iſt wahr, ich habe in dem zweyten Capides dritten Buches von dieſen Arken von Machinen nur einige wenige zu Beyſpieangefuͤhret, maſſen ihre Einrichtung ſchier allezeit auf denen Pump⸗ oder StiefWercken, Kurbeln, Kamm⸗Naͤdern, Trillingen oder Waag⸗Balcken beruhet, 10welchen allen es blos nur darauf ankommt, die bewegende Kraft an ihnen wohl 1gebuͤhrlich anzubringen, bey welchem Puncte hauptſaͤchlich darauf zu ſehen, wie,bereit auch an gehoͤrigem Orte angeführet worden, daß man denen Wind⸗ Flügedie den Nachdruck des Windes eigentlich empfangen ſollen, die alervortheu page 0Lage gebe, und dieſelbe aufs gengueſte berechne, weshalben ich mich auch hieruü el 0deutlich auszudrucken bemuͤhet habe, als man es nur verlangen moͤchte, ohne.darbey weiter um die ubrigen Neben⸗Stuͤcke zu bekuͤmmern, als deren Einrichtungenmau der Geſchicklichkeit dererjenigen uͤberlaſſe, die mein Buch mit Nutzen 0

§. 1481. Das Waſſer mag uͤbrigens herkommen, woher es auch iu

90 mag, es ſey nun, daß man verſchiedene Quellen durch deit⸗Graͤben oder.ohren miteinander verbunden hat, oder daß man das Waſſer, vermittelſt eiterchine, in die Höhe treibet, ſo muß man es hernachmals unumgaͤnglich in einen gaſen Sammel ⸗Kaſten hineinleiten, damit derſelbe ſeine gewiſſe Zeit uͤber, denen WagStuͤcken, mit denen ein Garten ausgezieret werden ſoll, reichlich Waſſer gbd1 5 Stuͤnde nun das Schloß unten an einem Berge oder im Mittel einer Al ine, ſo iſt kein Ort, wo ſich der Sammel⸗Kaſten am bequemſten hinſchicket, als wegman denſelben zu oberſt auf der Anhoͤhe in die Erde eingraͤbet: denn, weilen man ſ⸗ 6chenfalls den Garten ohnedem ſo anlegen muß, daß er verſchiedene Abſaͤtze bekom eund darbey auch noch mit Terraſſen begleitet wird, ſo kan man mit einer geringerMenge Waſſer, wenn man nur rathſam mit demſelben umgehet, und ſolches inwieder zu neuen Auszierungen brauchek, eine groſſe Anzahl von Wassers inch

vorſtellen. Diejenigen Ballins, die ihr Waſſer aus denen am hoͤchſten liegenden

ſer⸗ Stuͤcken bekommen, dienen gleichſam zu Reſervoirs vor diejenigen, die ntieffer liegen, und auf ſolche Art gelanget es endlich von einem Abfall zu dem ande

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