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Dürer : Geschichte seines Lebens und seiner Kunst / Moriz Thausing
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Der Hellerfche Altar.

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fieht eine Erhöhung des Preifes auf 200 Gulden zu verlangen, um nurbei einer gleich forgfältigen Weiterführung der Arbeit nicht zu Schadenzu kommen. Dafür verbürgt er fich aber auch in demfelben Briefevom 24. Auguft 1508 für die ganz eigenhändige Ausführung desMittelbildes: »Es foll auch kein anderer Menfch keinen Strich daranmalen als ich«. Er hatte eine befondere Liebe zu dem Entwürfe ge-fafst: »Wiffet zugleich, dafs ich all mein Tage keine Arbeit angefangenhabe, die mir felbft beffer gefiele, als Euer Blatt, das ich fo male«.Mit Mühe erkämpft und erhandelt er fich nun die Möglichkeit, auchbei der weiteren Ausführung feinen Schaffensdrang und feinen künftleri-fchen Ehrgeiz befriedigen zu können.

Nach Jahr und Tag endlich, am 24. Auguft 150g kündigt Dürer dem Befteller die Abfendung der Tafel an. Wie ein Vater, der feinKind aus dem Haufe entläfst, wird Dürer nicht müde feinem WerkeEmpfehlungen und Rathfchläge mit auf den Weg zu geben. Er hatdie Tafel lieber zu Frankfurt als an einem anderen Orte in ganzDeutfchland. »Sie ift auch mit den beften Farben gemacht, die ichnur habe bekommen können. Sie ift mit gutem Ultramarin unter-über- und aufgemalt, etwa fünf- oder fechsmal, und da fie fchonfertig war, habe ich fie nachher noch zweifach übermalt, auf dafs fielange Zeit dauere. Ich weifs, wenn ihr fie fauber haltet, dafs fie 500Jahre fauber und frifch fein wird, denn fie ift nicht gemacht, wie manfonft zu machen pflegt! Darum laffet fie fauber halten, dafs man fienicht berühre oder Weihwaffer darauf fpritze«. Nach zwei oder dreiJahren will er felbft kommen, um fie auf feine ganz befondere Art zufirniffen; »fo wird fie dann abermals 100 Jahre länger liehen alszuvor«. Heller möge fie ja durch niemand Anderen firniffen laffen:»denn wenn ein Werk, an dem ich viel länger als ein Jahr gearbeitethabe, verdorben werden follte, das wäre mir felbft leid. Undwenn Ihr fic aufftellt, feid felbft dabei, damit fie nicht befchädigtwerde« u. f. f.

Die Hoffnungen, welche Dürer auf die Dauerhaftigkeit feiner Arbeitgefetzt hatte, füllten fich nicht erfüllen. Blofs ein Jahrhundert langftand die Himmelfahrt der Jungfrau in der Dominikanerkirche zuFrankfurt und trug dort den Mönchen reichliche Trinkgelder ein vonKaufleuten und anderen Reifenden, welche diefelbe fehen wollten.Da warben zwei mächtige Dürerfammler um den Befitz des Bildes.Kaifer Rudolph II. bot dem Klofter 10,000 Gulden dafür; aber nichter, fondern Kurfiirft Maximilian von Bayern gelangte 1615 in deffenBefitz. In München gieng es beim Brande der Refidenz in der Nachtvom 9. auf den 10. April 1674 zu Grunde. An die Stelle des Origi-