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Mosaik zur Kunstgeschichte / von Dr. Gottfried Kinkel
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VI. Stonehenge unb die Zeit seiner Erbauung.

gefallenen Deckfteinen sind die Vertiefungen noch so gut erhalten,daß ich sie heut von Wasser gefüllt fand.

Die Pfeiler sind 19 Fuß hoch, aber die zwei nach Südwesten,welche über den sogenannten Altarstein sich erheben, steigen auf22% Fuß. Einen der herabgestürzten Decksteine maß ich, er war13% Fuß lang. Daß die Pfeiler behauen sind, zeigt sich an demmächtigsten der nmgesunknen, denn hier ist er unten, so weit erin der Erde stand, viel dicker, und erst über der Erde hat manihn in die viereckige Form gebracht.

Wir kommen nun zu dem innersten Steinkreis, derwieder aus viel kleinern Steinen besteht. Diese sind auch vierecktund wie Obelisken verjüngt, oben aber flach abgehauen. IhreHöhe über der Erde ist 7 Fuß, einige sind 8 Fuß hoch. Esstehen von diesen Pfeilern des innersten Kreises noch sechs.

. In diesem innersten Kreis liegt nun gegen Südwesten, derOeffnung des Hufeisens der colossalen Trilitha gegenüber, eineinzelner flacher Stein, etwa 15 Fuß lang, der gewöhnlichals der Altarstein betrachtet wird Tritt man am Morgen derSommersonnenwende auf diesen Stein, so hat man die im Nord-osten aufgehende Sonne, im Augenblick wo sie ganz über denHorizont gestiegen ist, genau in der Richtung der Durchmessersämmtlicher vier Steinkreise vor sich. Außerhalb des ganzen Bau-werkes liegt ein Stein, der diese Richtung bezeichnet und bei derSonnenwende genau unter der aufgegangenen Sonne steht.

Wir haben also einen Platz, vor uns, der durch eine nurideelle Einschließung und einen Graben von der Außenwelt sichabsondert, kein festes Haus, keine Mauer, kein Dach. Die behauenenund gut gefugten Steine sind in ihrer festen Ordnung unendlichverschieden von den rohen, nur lose aufeinander gelegten Blöcken,die unter dem Namen Quoits oder Cromlechs über keltische Landeverbreitet sind. Die zwei getrennten Kreise von unbehauenen Steinenbei dem benachbarten Abnry in Wiltshire , abermals eingeringt voneinem ungeheuren Kreis unbehauener Blöcke, die Parallelreihenformloser und ungleicher Steinpfeiler bei Karnac in der Bretagne dürfen nicht herangezogen werden, wenn es sich um die Fragehandelt, wann Stonehenge sei erbaut worden.