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Gemalte Tischplatten.
Im Norden wird das in Italien übliche Hochzeitsgeschenkeiner Truhe durch die gemalte Fensterscheibe mit der Fortuna odermit der Darstellung einer biblischen Eheschließung ersetzt, welcheman dem Brautpaar als Zierat der neuen Wohnung verehrt.Die Möbelmalerei aber wird besonders durch die gemalten Tisch-platten vertreten, welche in der italienischen Kunst unbekannt scheinen.
Am 30. April 1870 hatte ich in der antiquarischen Gesellschaftzu Zürich auf den verschollenen Tisch von Holbein hingewiesen,welchen nach den bekannten Stellen bei Sandrart und Patin einstdie Züricher Stadtbibliothek besaß. Dabei gab ich zum ersten Maldie Erklärung von der Darstellung des heiligen Niemand, vonwelchem Sandrart sagt, daß er auf dieser Tafel gestanden habe.Die Deutung hatte mir das kleine Scherzgedicht des Ulrich vonHütten an die Hand gegeben, welches unter dem Titel Eemo ge-rade in den Jahren, als Holbein in Basel eintraf, dort in mehrerenAuflagen im Druck erschienen ist. Die Aufmerksamkeit der Züricher Kunstfreunde wurde dadurch auf das verlorene Jnventarstück ge-wendet, und mein geehrter College an der Hochschule, ProfessorVögelin, unternahm eine systematische Untersuchung aller Bibliothek-räume auf der Wasserkirche. Auf dem Dachboden wurde dennwirklich am 15. August 1871 unter einem Berge von Staub undSchriften der Tisch wieder aufgefunden. Professor Vögelin hat