386 IX. Anfänge weltlicher Malerei in Italien auf Möbeln.
Anhalt für die Zeit der Entstehung, gegen Mitte des 15. Jahr-hunderts.
An den Fall Troja's, schließen sich die Fahrten desAeneas an.
XII. Sammlung Campana (Nr. 81): In einem gemeinsamenneuen Rahmen sind jetzt 5 Täfelchen vereinigt, welche etwa vondem zersägten Brett einer Branttruhe herrühren. Dido, Königinvon Carthago, reitet aus; inmitten thront aus hohem Hügel dieByrsa. Dann kniet ein Mann vor ihr. Hieraus überreicht einwiederum knieender Mann, wohl ein Abgesandter des Aeneas , ihrein Papier. Endlich ersticht sie sich. Ohne die letzte Scene würdekein Mensch hier gerade an Dido denken; vielleicht sind alle Zwischen-scenen ausgesallen, weil sie schon zu sehr zerstört waren. DasWerk ist von demselben barocken Meister wie die Lucretia (untenNr. XVI).
XIII. Hotel Cluny : Dido in Goldbrocat gekleidet und ausdem Fenster eines Schlosses blickend, zwei Hofdamen hinter ihr,empfängt mit beiden Händen zwei Bittschriften (oder sind esHeroldsstäbe?), welche die Gesandten des Aeneas ihr überreichen.Diese Herolde, von Gepanzerten zu Roß begleitet, führen ausrothen Fahnen die Buchstaben 8. P. Q. R., durch welche ihr Herrals künftiger Stammvater der Römer bezeichnet wird.
XIV. Hotel Cluny : Aeneas erkämpft die Lavinia ,nach Virgil's Aeneide. Auf Einer Tafel sind wie gewöhnlichfünf Scenen in epischer Folge zusammen. Die erste zeigt linkskleine Schiffe, auf denen die Trojaner gelandet sind; darüber ver-schiedene Personen in friedlichem Gespräch; die Architektur einfestes Schloß. Hierauf ein Stieropfer vor einem Altar, währendim Vordergrund ein Alter zwischen einem ganz jungen und einemältern Mann Vertrag stiftet. Auf der dritten Scene eine Wald-lichtung; vor dem Wald rennt ein Ritter ganz turniermäßig seineLanze durch eine Kriegerin, durch die Aufschrift als „camilla“bezeichnet. Nun kommt das Hauptbild.. Man sieht ein Schloßmit drei offenen Fenstern, aus denen Teppiche hangen. Im erstenFenster links erscheint der König („latino“) mit zwei Höflingen.In dem zweiten die Prinzessin („lavina“) in Hornhaube, mit zwei