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Mosaik zur Kunstgeschichte / von Dr. Gottfried Kinkel
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401
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IX. Anfänge weltlicher Malerei in Italien auf Möbeln. 401

Ganz im Sinne der Antike sind freilich auch diese größer»Staffeleibilder der bedeutendsten Quattrocentisten noch nicht gedachtund auch noch nicht gezeichnet. Die alte Fabel wird mehr wieein heiteres Märchen behandelt, ihr sinnlicher Rausch ergreift unsaus diesen Bildern noch nicht. Denn erst seit den achtziger Jahren,wo die Florentiner Malercolonie in der Sistina sich glänzend be-währte, strömten auch die auswärtigen Meister massenweis nachRom und studirten die Antike, weniger zwar an Statuen, derenvor 1500 wohl so viele noch nicht aufgegraben waren, als anden Reliefs der Triumphbogen, Kaisersäulen und Sarkophage.In Padua drückt sich dieselbe Tendenz in den von Squarcionefür seine Zeichenschule zusammengebrachten Antiken, in Florenz inder Sammlung ächter römischer Büsten, Reliefs und Statuen aus,welche Loreuzo aus Rom herschaffte, um sie im Medicäergartenbei S. Marco in Florenz aufzustellen und einer Zahl jungerBildhauer als Modelle nutzbar zu machen. Erst von da beganndie bewußte Reinigung der Form an der Antike, das Zeitcostümwurde aufgegeben, und in Sculptur und Malerei trat römischeMythologie und Geschichte als völlig gleichberechtigt neben die.heiligen Gegenstände.

Kinkel. Mosaik zur Kunstgeschichte.

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