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1 (1878) Die textile Kunst für sich betrachtet und in Beziehung zur Baukunst
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Drittes Hauptstück.

zuweisen, wie die Gesetze der Symmetrie und Proportion bei aufrechtenWandflächen und herabhängenden Vorhängen sieh geltend machen inRücksicht auf dasjenige, was auf diesen Bekleidungsflächcn dargestelltoder figurirt wird.

Der Grundsatz der Flächenornamentation wurde schon oben alsaus der formalen Grundidee der Fläche als solcher hervorgehend undihr entsprechend nachgewiesen. Er folgert sich aber zugleich aus derEinheitlichkeit dessen, was durch die Bekleidung als Inbegrifflichesund Ganzes gefasst wird und sich als solches nicht ungestört kundgeben kann, wenn die Ornamentation der umfassenden Flächen diesen dieEigenschaft des kontinuirlichen räumlichen Abschliessens und Umfassensscheinbar raubt.

Das richtige Verhältniss des Umfassenden zu dem Umfassten musssich ausserdem noch dadurch kund geben, dass dieses in seiner Wirkung,d. h. in allen seinen formalen Eigenschaften, sowie in seinem Kolorit,durch jenes kräftigst gehoben und getragen werde und auf ihm, gleichsamwie auf einem passend gewählten Hintergründe, sich als Hauptsujetunverkennbar darthue. Dieses Ziel wird aber wieder durch ganz die-selben Eigenschaften der Ornamentation erreicht, die sich aus dem for-malen Begriffe der Fläche als solcher a priori entwickeln lassen undgleichzeitig der Technik, die bei der Produktion dieser Bekleidungsflächenam frühesten thätig war, nämlich der textilen Kunst, die grösste Bequem-lichkeit des Darstellens oder Hervorbringens bieten.

Es sei hier eine Stelle aus Richard Redgrave’s vortrefflichem Be-richte über zeichnende Künste, den dieser Künstler auf den Wunsch derköniglichen Kommission für die Weltausstellung von 1851 ausarbeitete,als zur Erläuterung des Angeführten dienend, angezogen. In der Ab-theilung dieses Berichtes über Tapeten und andere Wandbekleidungensagt Redgrave Folgendes:

„Wenn man den Zweck solcher Stoffe berücksichtigt, wird die„passende Dekoration für sie sofort klar horvortreten, da sie dieselbe„Beziehung zu den durch sie umschlossenen Gegenständen haben müssen,„die der Hintergrund zu einer gemalten Gruppe hat. In der Malerei hat„der Hintergrund, wenn wohl angeordnet, seine eigenen entschieden her-„ vortretenden Lincamente, aber diese sind in soweit unterzuordnen und„zu dämpfen, als sie nicht zu besonderer Aufmerksamkeit auffordern„dürfen, während das Ganze als Ensemble nur allein dazu dienen soll,„die Hauptfiguren, nämlich den Gegenstand des Bildes, zu tragen und„besser hervorzuheben. Die Dekoration einer Wand hat dieselbe Be-