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1 (1878) Die textile Kunst für sich betrachtet und in Beziehung zur Baukunst
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Textile Kunst. Die Decke.

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den Füssen nach dem Altar gerichtet. Schon schwieriger ist mitunterdie Orientation der Mittelmotive in den Seitenschiffen und quadratischenjanusbogenartigen Passagen, die besonders in den Kuppelkirchen derRenaissance so häufig Vorkommen.

Die Mittelmotive auf den Gewölben der Seitenschiffe sollen für den-jenigen orientirt sein, der aus dem Hauptschiff durch die Bogen derHauptmauern in das Seitenschiff tritt, um vor der Kapelle, die dieserAbtheilung des Seitenschiffes entspricht, eine gottesdienstliche Handlungzu begehen. Unter dieser Annahme muss das Sujet des mittleren Schildesin dem Gewölbe des Seitenschiffes das Kopfende gegen das Hauptschiff,das Fussende gegen die Kapelle gerichtet haben. Aber sehr oft wirddiese Anordnung gegen die Optik verstossen, da, um das Bild in seinerwahren Elevation und nicht verkehrt zu sehen, man genöthigt ist, sichgegen das Licht zu stellen. — Diese Rücksicht ist in sehr vielen Fällenmassgebend für die Orientirung der Bilder etc. Wo nicht hieratischeoder Etiketten-Vorschriften oder sonstige, an die Bestimmung eines Raumesgeknüpfte, Bedingungen dagegen treten, muss das Bild für denjenigenrecht stehen, der dasselbe in der besten Beleuchtung sieht, indem er dasLicht im Rücken hat.

Hierüber gibt die Galerie d’Apollon im Louvre, das MeisterstückBörain’s, mit der von Lebrun komponirten und ausgeführten herrlichengewölbten Decke zu interessanten Studien Gelegenheit. Sie hat eigent-lich keine andere Bestimmung, als die eines brillanten Corridors, ist sehrlang bei massiger Breite von etwa 40 Fuss, der Eingang ist an einerder schmalen Seiten, ihm gegenüber, in weiter Distanz ist ein grossesBalkonfenster. Die linke Seite ist ganz mit Fenstern durchbrochen, derenTäfelung mit Arabesken en Camajeu auf Goldgrund von Börain überausreich und zugleich massig und geschmackvoll verziert ist. Gegenüberläuft die Wand, gleichfalls getäfelt, ohne besondere Unterbrechungen, mitAusnahme einiger reich verzierter Thüren, von Anfang bis zu Ende fort.Sie war ohne Zweifel von jeher bestimmt, Bilder aufzunehmen, und hatkeinen Mittelpunkt der Beziehungen. Ihre bistergraue Täfelung ist biszur Höhe des Lambris mit schönen Arabesken in demselben Stile, wiedie der Fenstergetäfel verziert. Sie reicht bis zu dem Gesims, das inkräftiger Entwickelung die vertikale Mauer bekrönt und über welchemdas, im Kreissegmente ausgeführte, Tonnengewölbe der Decke beginnt.Auf dem Sims sitzen kolossale Gruppen aus Stucco , die runde Bilder-i'ahmen, gleichfalls aus weissgrauem Stucco, einschliessen. Letztere ent-halten in grünlichem Tone ausgeführte Medaillons und sind mit pracht-