Textile Kunst. Stoffe. Seide.
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eigentümliche, die Farbe par excellence, des Atlas sei, entspricht durch-aus dem Stilgefühle, bestätigt sich ausserdem in den wunderbarenSagen, die uns in den Gedichten der Deutschen über Bereitung undHerkommen des Pfellels, welches der altdeutsche Name für Atlas zusein scheint, entgegenklingen. Im Wigalois wird erzählt, wie in Asien eine Höhle voll ewigen Feiters sei, in dem die Salamander einen kost-baren Pfellel wirken, der unverbrennbar ist. 1 Eine besondere Art desPfellels hiess Salamander. 2 Wolfram von Eschenbach erwähnt einesPfellels (Pofuss genannt), so heiss an Glanz, dass ein Strauss seine Eierdaran hätte ausbrüten können. Ausserdem finden sich sowohl Blatta wiePfellel, die ich für gleichbedeutend und identisch mit Atlas oder Satinhalte, von den verschiedensten Farben, rothe, gelbe, grüne, schwarze,später weisse, violette und schillernde. Eben so mannichfaltig war seineVerwendung für heilige und profane Bekleidungen, zu Ueberziigen, Ross-und Zeltdecken, Einfassungen und Umsäumungen anderer Stoffe u. dergl.Dass dieses kostbare Gewebe, „das demjenigen der es trägt unendlichePracht verleiht“ und im ganzen Mittelalter neben dem Sammt und inVerbindung mit ihm das höchste Ansehen behielt, aus Afrika und Asien kam, darauf weisen die meisten, zum Theil erfundenen und wunderbarklingenden, Ortsnamen hin, womit die schwülstigen und sattsam lang-weiligen Schilderungen der Gewänderpracht, die bei Aufzügen und ritter-lichen Festen entwickelt wurde, in den alten Dichtungen ausgespickt sind.Aber auch griechische und spanische Städte, unter diesen Almeria , derHauptsitz der spanisch-arabischen Seidenarbeiten, geben gewissen Pfellel-arten den Namen. Zuletzt wird auch schon sehr früh der Pfellel ausArras gerühmt. Der französische Name für diesen Stoff, satin (vielleichtmit blattin eins), scheint zuerst im XVI. Jahrhundert vorzukommen. Beidem Einzuge Franz des Ersten zu Lyon im Jahre 1515 war die ganzeBürgerschaft in Seide gekleidet. Die Rathsherrn trugen Leibröcke vonDamast und karmoisinrothem Satin. Dem Zuge voran schrittendie Lucchesen in Kostüms von schwarzem Damast, ihnen folgten dieFlorentiner in rothem Sammt, dann zuletzt die Lyoner Bürger in weissemTuch, Sammt und weissem Satin. 3
1 Wigalois 14462,
2 Wilhelm 360, 5 — 11, Lohengrin 164 und Andere.
8 Ich habe diese Stelle der Schrift von Bock entnommen, der eine „Relationdes entrees sollennelles dans la ville de Lyon“ (1752. 4, p. 6) citirt. Siehe Bock,Seite 70.