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1 (1878) Die textile Kunst für sich betrachtet und in Beziehung zur Baukunst
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Textile Kunst. Stoffe. Seide.

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bei dem Atlas, nämlich durch horizontal nebeneinander gelegte langeEnden von Seidenfäden, auf deren cylindrischen Oberflächen sich dasLicht brach und reflektirte, ein möglichst stoffhaltiges und glänzendesSeidenzeug hervorzubringen. Diese ältesten, dem Plüsch ähnlichen Stoffewaren Atlas von vielfädigem Einschlag, dessen Fäden zur Hälfte oderzum Theil zerschnitten wurden, damit sie als lose Enden ein weicheslanghaariges Flies bildeten. Dergleichen Stoffe in Wolle sind bereits denalten Römern bekannt gewesen und werden als Spezialität der damaligengallischen Wollenindustrie von Plinius und anderen alten Autoren ofterwähnt.

Die ältesten noch erhaltenen Sammtgewebe, deren Herr Bock inseinem oft angeführten Werke mehrere beschreibt, sind grösstentheilssehr langhaarige plüschähnliche Stoffe. Doch scheint das angeblichälteste Yorkommniss des Sammts, nämlich ein in den Pergament-Kodexdes Theodulf (XII. Jahrh.) zu Le Puy im südlichen Frankreich nebstdreiundfünfzig anderen sehr interessanten Gewebstücken eingebundenesStück Seidenzeug, kurzgeschorener wirklicher Sammt zu sein, wodurchdann der Beweis gegeben wäre, dass der Schritt des Uebergangs zumneuen eigentlichen Sammtstile schon vor dem XIII. Jahrhundertegeschehen sei.

Die Etymologie des Worts velours, welches im XIII. Jahrh. auf-kam, von velum und ursus, kann, wenn sie begründet ist (was ich be-zweifeln und lieber velours mit dem englischen velvet und dem deutschenFelbel in Zusammenhang bringen und dabei an W r elf, an das glatte Felldes jungen Hundes oder Löwen denken möchte), zur Bestätigung desangeführten Unterschiedes zwischen der ältesten und den späteren Sammt-arten dienen. Der Orient, der alte Sitz aller Seidenkultur, war auch derSitz der Sammtmanufaktur und alle Dichter und Chronisten lassen denSammt von dort kommen, geben ihm orientalische Fabrikationsnamen.Unter den Geschenken des Harun-al-Raschid an Karl den Grossen sollensich auch Sammtstoffe befunden haben. Sie wurden schon zu dieser Zeitim Orient als Turbans umgebunden. Viele alte Sammtgewebe sind mitkufischen Schriftsprüchen durchzogen und besetzt.

Aus dem oben angeführten Berichte des Hugo Falcandus gehtdeutlich hervor, dass der Sammtbereitung ein eigenes Atelier in jenervon ihm beschriebenen grossartigen „manufacture royale de Palerme“gewidmet war. Der Ausdruck hexamita kann nämlich bei ihm nichtsanderes bedeuten als Sammt, so wie denn überhaupt die Ableitung dieses

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