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1 (1878) Die textile Kunst für sich betrachtet und in Beziehung zur Baukunst
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Textile Kunst. Prozesse. Gespinnst.

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Völkern seit lange bekannten und uns erst in neuester Zeit wichtiggewordenen, Fäden, die aus harzigen Pflanzenstoffen bereitet sind.

Der Stil dieser Gegenstände, als abhängig von den Proceduren undInstrumenten, die bei ihrer Produktion in Anwendung kommen, ist ein-fach zu erklären: er spricht sich dadurch aus, dass einige davon diekreisrunde Durchschnittsfläche haben oder erhalten, andere, wie die Rie-men, zunächst bandförmig gestaltet sein müssen. Doch hat die Drehungauch bei ihnen Statt und macht sie spiralförmig.

Das Kautschukgefäde imitirt den Lederriemen, kann aber auch alskreisrunder glatter Faden geformt sein, oder die Spiralform annehmen,ist überhaupt nach der bekannten Eigenschaft des Kautschuk ohne spe-ziellen Stil, sondern allgefügig.

Die technischen Mittel und Instrumente für die Bereitung dieserProdukte sind seit undenklichen Zeiten dieselben geblieben. Die Sattlerder Aegypter haben auf Wandbildern von Theben dasselbe halbmond-förmige Messer, dessen sich unsere Lederarbeiter noch heute bedienenund wissen damit lange Riemenspiralen aus einem einzigen Felle zuschneiden. Mit einem solchen, aus einer Kuhhaut geschnittenen, Riemengewann sich Dido den Boden Karthagos.

Der Schmuck des Riemenwerks ist zum Theil von seiner Bandformabhängig und soll dieser entsprechen. Vor allem soll er Flächenverzie-rung bleiben und den gleichmässigen Zusammenhang des Riemens nichtunterbrechen, seine Funktion als Band hervorheben.

§■ 50 .

Das Gespinnst.

Das Gespinnst ist ein, aus vielen natürlichen Fäden bestehender,künstlicher Faden. Zu seiner Produktion bedient man sich, nachdem dienatürlichen Fäden vorher dazu passend vorbereitet worden, der Mitteldes Kämmens, des Zupfens, des Quetschens, des Leimens und des Drehens.Durch das Kämmen werden die Fäden möglichst parallel gelegt, es wirdbei verworrenen und kurzen Rohstoffen oft durch das Kratzen ersetzt,wodurch der Faden etwas filzähnliches erhält.

Die Prozesse des Zupfens, Quetschens, Leimens und Drehens wur-den seit undenklichen Zeiten mit Hülfe der feuchten Hand und derdrehenden Spindel bewerkstelligt. Die neuen Spinnmaschinen habendarin dem Prinzip nach nichts geändert, sondern vervielfältigen und