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1 (1878) Die textile Kunst für sich betrachtet und in Beziehung zur Baukunst
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Textile Kunst. Prozesse. Färben.

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Durchführung gewisser einfacher Stilprinzipien, auf welche sie eineFarbenmusik begründeten, die der Musik ihrer Formen durchaus homogenwar und deren Akkorde in letztere auf das Wunderbarste ergänzendeingriffen.

Unsere moderne Schönfärbekunst zeigt sich auf ihrer Höhe in demPräpariren farbiger Garne von Wolle, Linnen, Baumwolle oder Seide, sieüberlässt den Webern und sonstigen Fabrikanten die so präparirten Fädenzu beliebiger Auswahl und Benützung; sie sucht dabei den abstraktenFarben in ihrer absoluten Reinheit möglichst nahe zu kommen und siedurch alle Abstufungen der Intensitäten und durch alle Schattirungenund Nuancen der Uebergänge hindurch zu führen. Der Absolutismus dieses Systems weiss nichts von Einflüssen, welche der Stoff, noch we-niger von solchen, welche die Bestimmung der Waare auf dasselbe aus-üben könnten, höchstens wird anerkannt, dass ein Stoff, z. B. Baumwolleoder Linnen, der Darstellung einer gewissen Farbe weniger günstig seials ein anderer, z. B. Wolle und Seide; dann sucht man durch alleFinessen und Pfiffe der Chemie es dahin zu bringen, dass diesen Schwierig-keiten der Darstellung zum Trotze dennoch die gefärbte Baumwolle oderda3 gefärbte Linnen, das Scharlachroth oder das Orange fast eben sorein und strahlend wiedergebe wie diess in Wolle oder Seide möglich ist.Kurz der Stil, so weit er von dem Rohstoffe und von der Bestimmungder Waare abhängig ist, wird gar nicht berücksichtigt, der Stil hingegen,so weit er die Proceduren betrifft, die in Anwendung kommen, ist beidem überschwänglichen Reichthum an Mitteln und Stoffen, womit uns dieChemie und die Mechanik beschenkte, unbeschränkt, gränzenlos und dahergar keiner.

Bei alledem können wir gewisse Farben, welche die HausfrauenIndiens, Chinas und Kurdistans mit den einfachsten Mitteln und ohne alleKenntnisse der Chemie hervorbringen und deren Tiefe, Pracht und un-definirbarer Naturton uns entzücken und in Verlegenheit setzen, mit allerAnstrengung unseres Wissens und Willens nicht wiedergeben. DerGrund davon ist der, dass jenes wirkliche Naturtöne sind, die in unsereabstrakten Farbenscalen gar nicht hineinpassen und bei denen der gefärbteRohstoff eben so sehr mitwirkte wie das färbende Mittel, das in Anwen-dung kam, am meisten aber der natürliche Stilsinn und die Unbefangenheitder Fabrikanten.

Jene tiefen harmonischen Naturfarben, die sämmtlicli mit einemgemeinsamen Lufttone verbunden sind und von denen keiner eine reineFarbenabstraktion ist oder zu sein strebt, wie sie noch heute nur der