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1 (1878) Die textile Kunst für sich betrachtet und in Beziehung zur Baukunst
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Viertes Hauptstück.

Orient mit seinen antiken Traditionen hervorbringt, sind ein Nachklangdessen, was wir uns von der ars tingendi der Alten vorstellen müssen.Ein Naturhauch verband das gesammte Farbensystem der Alten der,sonst indefinirbar, nur Ausdruck gewinnt, wenn man ihn durch Natur-gleichnisse bezeichnet, der sofort verschwindet, wenn der Natur zu vielGewalt geschieht und sie auf chemischem Wege ersetzt werden soll.Vielleicht gelingt diess später einmal, aber bis jetzt ist die Wissenschaftnoch nicht so weit in die Werkstätte der Natur eingedrungen, um siemit ihren Erzeugnissen ersetzen zu können.

Die Alten färbten ihre Rohstoffe, ehe sie gesponnen und sonstigverarbeitet wurden; wo diess nicht geschah, da wurde das fertige Fabrikat,z. B. der zum Tragen fertige Chiton oder Peplos, in den Farbekesselgesteckt.

Bei den Aegyptern war es sogar üblich, die lebendige Wolle aufden Schafen mit kostbarem Purpur zu färben, wobei es unentschiedenbleibt, ob sie dabei nur äusserliche Färbemittel anwandten oder oh dasFutter, das man den Schafen gab, dabei mitwirkte. Jedenfalls sehenwir hieraus, dass sie die rohe ungebleichte Wolle färbten, und diesemusste dem Farbestoffe eine besondere „hue a ertheilen, einen Naturhauch,der sonst unnachahmlich ist und mit dem man selbst die reichsten undreinsten Pigmente auf recht raffinirtem Naturwege brechen zu müssenglaubte. Dasselbe geschah mit Baumwolle und Seide; selbst das Weisswurde als eine besondere Färbung betrachtet und ward wahrscheinlichniemals bis zum Extrem geführt sondern behielt, so wie das Schwarz,stets einen Anflug von Farbe nach einer oder der anderen Seite hin. DasWeiss war ihnen das unerreichbare Extrem aller Farben nach dem Poleder Verdünnung, das Schwarz dasjenige nach dem Pole der Verdichtungund Koncentration. In beiden liefen alle Töne zusammen, aber manwollte sie nicht erreichen. Daher gehört das Weiss zu den Purpurfarben,so wie das Schwarz.

Plinius führt mehrere Schafsorten auf, die durch die Naturfarbeihrer Wolle berühmt waren, die spanischen waren schwarz, die von denAlpen weiss, die erythräischen und bätischen roth, die kanusischen gelb,die tarentinischen gelblich. Man verwandte ihre Wolle zu Prachtgewän-dern und nur die schwarze liess man ungefärbt.

Doch auch die färbenden Stoffe behielten ihr Eigenthümliches, manmühte sich nicht ab, den reinen Färbestoff aus ihnen herauszuziehen,sondern nützte sie mit ihrem Beigeschmäcke, ihrem „gotit de pierre äfusil“, den die Natur ihnen gab. Dabei waren die Mittel der Färbung