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Viertes Hauptstück.
glänzende und effektvolle Anwendung fanden die Katapetasmata, Peri-stromata und Auläen, wenn sie zwischen den Säulen der Peristile undStoen aufgehängt oder ausgespannt waren, zum Schutze gegen Kälte undRegen von der Wetterseite, für den Schatten von der Sonnenseite, vor-nehmlich aber für den Zweck des Abschliessens und als Ausstattung, alsnothwendiger ornatus der Galerieen. Man darf sich eigentlich keineSäulenhalle denken, die dieses nothwendigen Schmuckes entbehre, derbald in natura als reicher buntgestickter oder gewebter Stoff, bald inmonumentaler Metamorphose als konstruirte Scherwand, als Diaphragma,zwischen oder vor den Säulen sich spannt. Wir haben ein sehr bekanntesZeugniss von der Weise, wie zu Artaxerxes Zeit die Säulenzwischenräumedes Palastes zu Susa mit Teppichen verhangen wurden. Der Königbewirthet das Volk in seinem Gartenpavillon. „Da hangen weisse, rotheund gelbe Tücher, mit linnenen und scharlachnen Seilen gefasset in sil-bernen Ringen auf Marmorsäulen. Die Bänke waren golden und silbernauf Pflastern (oder vielmehr Sockeln) von weissen, grünen, gelben undschwarzen Steinen gemacht.“ (Esther I. 6.) Noch älter sind freilich diehebräischen Berichte von der Pracht der Teppichbehänge an der Stiftshütteund dem Tempel Salomons, von denen später die Rede sein wird.
Wunderbares erzählt auch der zwar späte Schriftsteller Philostratus,der aber sicher aus alten Quellen zusammentrug, von der Pracht derBekleidung babylonischer Königspaläste:
„Sie sind mit Erz bedeckt, so dass sie strahlen. Die Gemächer,„Männersäle und Stoen sind theils mit Silber- und Goldgeweben, theils„sogar mit wirklichem Golde, das getriebene Bildwerke zeigt, geschmückt.„Die Stickereien der Vorhänge sind der griechischen Fabel entnommen...„andere zeigen Datis, der die Insel Naxos dem Meere entreisst und„Artaphernes, der Eretria belagert etc.“ Man sieht, der Grieche legtden asiatischen Heroen ihm bekannte Namen bei, aber man erkennt inseiner Beschreibung dieselben Darstellungen, die wir auf den Alabaster-platten von Nimrud , Chorsabad und Kudjundschik sehen.
Von den Aegyptern wissen wir Aehnliches; Clemens Alexandr.Paedog. III. 2 p. 216. E. Sylb. spricht von den ägyptischen Tempel-verhüllungen und Teppichvorhängen, hinter welchen sich ein fratzenhaftes
durchgeführt, eine Wirkung machte, bei der das Publikum gar nicht fragte, ob dieantiken Tempel auf ähnliche Weise gemalt gewesen seien. Man vergass ganz, eineauffallende Abweichung von der traditionellen Anschauung der Antike vor sich zuhaben. Kein zweifelnder Kritiker liess sieb darüber aus.