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1 (1878) Die textile Kunst für sich betrachtet und in Beziehung zur Baukunst
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Textile Kunst. Tapezierwesen der Alten.

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Götzenbild befinde. Wir werden sehen, wie die Monumente Aegyptens eine vielfache Anwendung von Draperieen zu ihrer Vervollständigungvoraussetzen lassen und wie sie selbst in engem stilistischem Zusammen-hänge mit der Draperie stehen.

Wie das Umspannen und Behängen der Räume 1 bei den Griecheneine uraltherkömmliche Sitte war, die bei geweihten Plätzen besonderereligiöse Bedeutung beibebielt, davon zeugen viele Stellen bei den altenTragikern, die dabei zugleich ganz ähnliche Vorrichtungen, die dasPublikum auf der Scene vor Augen hatte, zu erklären bemüht sind.Vorzüglich wichtig ist in dieser Beziehung der Ion des Euripides, dereinen guten Theil seines Schmuckes von den Paramenten des delphischenApollotempels entlehnt, wie sie wohl noch zur Zeit des Dichters in denThesauren aufbewahrt und bei Tempelfeiern ausgestellt wurden. Dasganze Stück ist gleichsam eine Tempelexegese, und wird im Folgendennoch öfter citirt werden müssen.

Gewisse vornehmlich ehrwürdige Orte der Heiligthümer erhieltendurch Vorhänge besondere Weihe und wurden nur durch diese einfacheund ursprüngliche Scheidung als dem Nichtgeweihten unzugänglich be-zeichnet. So war bekanntlich das Allerheiligste des mosaischen Sank-tuariums nur durch prachtvolle Vorhänge von der eigentlichen Tempel-cella geschieden.

Die Götterbilder standen in besonders abgeschlossenen Kapellen(aedicula, secos, hedos), die mit Draperieen verhangen waren und nur zubestimmten Zeiten enthüllt wurden. Bei Todten- und Sühnfesten fandeine vollständige Verhüllung, wahrscheinlich mit schwarzen Vorhängen,

Statt . 2 3

Doch auch sonst wurden die Kapellen der Götterstatuen, schon desSchutzes der letzteren wegen, durch Vorhänge, zum Theil auch, wie dieAedicula der Knidischen Venus des Praxiteles, durch Thüren verschlossen. 8Der inbrünstige Lucius wartet in früher Morgenstunde auf den Moment,wenn von dem Bilde der Isis der weisse Vorhang rechts und links zurSeite geschoben wird, um die Göttin anzubeten . 4

Vorzüglichen Schutzes bedurften die unzähligen mit Gewändernbekleideten Holzbilder und die kostbaren chryselephantinen Kolosse. Der

1 Ammianus berichtet in seinem 24. Buche, dass die Assyrier auf ihren Auläenmeistens Jagden und Kriegsscenen darzustellen pflegten.

2 Diod. XVII. 10. Ovid . fast. II. 563. Aelian. XII. 57. Paus. IX. 6. 2.

3 Lucian. Amores. 14.

4 Apulejus Met. XI. 20.