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1 (1878) Die textile Kunst für sich betrachtet und in Beziehung zur Baukunst
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Textile Kunst. Tapezierwesen der Alten.

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auf dem Kapitole aus. L. Hostilius Mancinus Hess seine Heldenthatenbei Erstürmung der Mauern Karthagos, die Lage dieser Stadt und denganzen Hergang der Belagerung malen und im Forum „ausstellen“,wobei er selbst den Exegeten der Schildereien machte und dem Volkedie dargestellten Scenen erklärte. Auch eigentliche Dekoration mitgemalter Architektur kam dabei in Anwendung, wie diejenige war, durchwelche die Aedilität des Claudius Pülcher sich auszeichnete, der währendder circensischen Spiele grosse Versatzstücke mit gemalten Tempel-facjaden etc. vorbrachte, wodurch die Raben getäuscht wurden und sichauf die gemalten Dachziegel setzen wollten. Bei dieser älteren Art derfestlichen Ausschmückung der Plätze und Monumente Roms erkennt mandas Hervortreten eines schildernden Prinzips der Malerei, das entschie-denen Gegensatz bildet zu dem plastisch idealen Stile dieser Kunst beiden Griechen, und das dem breiten illustrirenden Tone der Darstellungenauf assyrischen und babylonischen Teppichen, wie wir sie aus den Be-schreibungen der Alten kennen, auffallend gleicht, ein Prinzip, das sichauf den Alabasterreliefs von Ninive wiederfindet, sowie es merkwürdiger-weise nach vielen Jahrhunderten bei gänzlich umgestalteten socialen Ver-hältnissen in den frühesten Teppichwirkereien und Leinwandmalereiendes Mittelalters fast durchaus unverändert wieder auftaucht . 1 Die aus-führlichsten Mittheilungen über Inhalt und Behandlung dieser eigenthüm-lichen Branche antiker Malerei verdanken wir Flavius Josephus in seinerBeschreibung des Triumphes der Flavier über das zerstörte Jerusalem .Ungeheure Wagen (fercula, pegmata), die bis zu dem dritten und viertenStockwerke der Etagen hinaufreichten, waren theils mit golddurchwirktenTeppichen, theils mit gemalten Bildern umhegt (nsQißeß'ki}To) und wennman von den Schlachten, Metzeleien, Eskaladen, Flussübergängen, Sieges-zügen und sonstigen Kriegsscenen liest, die darauf gemalt waren, soglaubt man einen Bericht Layards Uber neue Entdeckungen von Alabaster-tafeln aus Kudjundschik vor sich zu haben . 1 Ich zweifle keinen Augen-blick, dass diese transportablen auf Wagen fortgezogenen Gemälde ebensowie diejenigen, welche ihnen antwortend und entsprechend die Hallen undWände der Monumente festlich schmückten, im eigentlichsten Sinnegemalte Leinwandteppiche waren, als Ersatz für wirkliche Teppiche, dienicht in zureichender Zahl aufgetrieben werden konnten und die, derGelegenheit entsprechend, mit Bildwerken zu sticken, es an Zeit undGeschicklichkeit gebrach. Diess widerspricht zwar der Ansicht Rochette’s,

1 Siehe weiter unten.

Semper, Stil. I.

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